TSV schüttelt einen Verfolger ab

05.02.2018 · Handball

913 Zuschauer erlebten im TSV Bayer Sportcenter ein abwechslungsreiches und unterhaltsames Spiel gegen die lange mithaltende SG Schalksmühle-Halver. Auch Dormagens Trainer Ulli Kriebel bestätigte nach den 60 Minuten, dass der 28:21-Erfolg seines Teams etwas zu hoch ausgefallen war. Mann des Abends war Kevin-Christopher Brüren, der 13 Treffer erzielte. Gemeinsam mit dem stark haltenden Matthias Broy durfte KC die TSV-Anhänger zum Schlussapplaus auffordern und zeigte dabei auch seine turnerischen Qualitäten.

So richtig kam der TSV zunächst nicht ins Spiel. Vorne klappte es mit dem Abschluss noch nicht wie gewollt. Und hinten antworteten die Gäste abgeklärt auf die offensive Deckung mit dem Versuch, die agilen Lukas Hüller und Lutz Weßeling aus dem Spiel zu nehmen. Nach einer Viertelstunde hieß es 8:5 für die SG. Dazu zählte auch ein Treffer von Hüller zum 4:3, der gar keiner war. Der Ball klatschte an die Latte und landete niemals hinter der Torlinie, wie der Schalksmühler später im Gespräch mit Brüren, seinem Mannschaftskollegen aus früheren Niederrhein-Zeiten, bestätigte. Dies freilich sollte nicht die einzige kuriose Entscheidung der Schiedsrichter bleiben.

Nach dem Drei-Tore-Vorsprung des Tabellenvierten nahm Kriebel die Auszeit und stellte die Defensive auf 6:0 um. „Das zeigt unsere Qualitäten in der Abwehr, wir können mit verschiedenen Systemen auf den Spielverlauf reagieren“, lobte später der Coach seine Auswahl, bei der neben Eloy Morante Maldonado auch Nuno Carvalhais aufgrund einer im Training erlittenen Oberschenkelverletzung fehlte. Bis zur zweiten Führung nach Alexander Küblers 1:0 durch den im 1:1-Spiel immer wendiger werdenden Ian Hüter dauerte es allerdings noch etwas – auch weil es Diskussionsbedarf nach einer unverkennbaren Fehlentscheidung des Gespanns Kamper/Kamper gab: Mattes Broy holte den Ball nach einem Wurf von Weßeling aus dem Netz und beförderte ihn flugs zur Mittellinie. Dort startete die schnelle Mitte, die mit dem 11:11 durch Tim Wieling endete. Das Tor der Gäste erschien indes nicht auf der Anzeigetafel. Eben weil die Schiris gar nicht gepfiffen hatten – und auch nicht die Möglichkeit der Nachfrage nutzten.

Bis zur Halbzeit legte der TSV dann regelmäßig einen Treffer vor und Schalksmühle glich aus, bis es nicht mehr ging: Denn Brüren verwandelte zum 15:14 per Siebenmeter, nachdem die 30 Minuten bereits abgelaufen waren. Nach dem Seitenwechsel ging es weiter wie zuvor: KC traf per Strafwurf, der im Verlauf des Spiel gut bewachte Lukas Stutzke erhöhte auf 17:14. Doch von einer Absetzbewegung konnte noch keine Rede sein, die SG blieb bis zum 21:20 durch den von der Linie sicher vollstreckenden Weßeling in der 51. Minute dran. In den verbleibenden neun Minuten durften die Sauerländer sich allerdings nur noch einmal freuen: Lediglich Natko Merhar traf noch einmal als die Partie längst entschieden war. Im ständigen Wechsel trugen sich Brüren und Kübler in die Torschützenliste ein. Und wenn die Gäste jetzt noch mal genau zielten, dann wehrte Broy den Ball ab. „Am Schluss haben wir uns ein Stück weit aufgegeben“, konnte SG-Coach Stefan Neff aber gleichwohl zufrieden sein: „Wir haben Dormagen alles abverlangt.“

Am kommenden Mittwoch, 7. Februar, folgt bereits das nächste Heimspiel des TSV Bayer Dormagen: Am Spieltag der Rheinland Versicherungen kommt es ab 20 Uhr zum Spitzenspiel zwischen dem TSV Bayer und der HSG Krefeld.

TSV Bayer Dormagen – SG Schalksmühle-Halver 28:21 (15:14)
Dormagen: Boieck (2 Paraden), Broy (ab 19., 10 Paraden); Köster, Linnemannstoens, Eggert, I. Hüter (4), Kübler (5), P. Hüter (1), Brüren (13/7), Jagieniak, Stutzke (3), Hüfken (1), Wieling (1).
Schalksmühle-Halver: Vukas (4 Paraden), Plessers (ab 41., 4 P.); Jorajuria (1), Diehl (1), Sackmann (3), Weßeling (7/4), Spannekrebs (n.e.), Luciano (1), Merhar (1), Ruskov (3), Müller, Hüller (4), Hecker.
Schiedsrichter: Kamper / Kamper.
Zuschauer: 913.
Zeitstrafen: 12:8 Minuten.
Siebenmeter: 7/8:4/4 (Brüren wirft über das Tor).
Spielfilm: 1:0, 1:3, 3:3, 5:5, 5:8 (15.), 8:11 (19.), 12:11 (25.), 14:14, 15:14 – 17:14 (37.), 20:17 (45.), 21:20 (51.), 27:20 (58.), 28:21.

Quelle: TSV Bayer Dormagen
FOTO: H. Zaunbrecher