Kein Sieg – aber Superstimmung beim Derby

Ein tolles Handballfest mit der Rekordkulisse von über 2400 Zuschauern! Aus heimischer Sicht stimmte nur das Ergebnis nicht: Der VfL Gummersbach verbuchte im TSV Bayer Sportcenter mit 28:22 (13:7) den 13. Sieg im 29. Mittelrhein-Derby. In der ersten Hälfte kauften die Gäste dem TSV den Schneid ab und verschafften sich einen klaren Vorsprung, den sie nach dem Seitenwechsel gegen nicht nachlassende Dormagener verteidigten. In dieser Verfassung ist der VfL ein ernsthafter Aufstiegskandidat. Der TSV wird schon aufgrund seiner weiterhin positiven Tordifferenz auch nach den an diesem Wochenende anstehenden Spielen einen einstelligen Tabellenplatz in der 2. Handball-Bundesliga belegen. Nächster Auswärtsgegner ist am 9. November Aufsteiger HSG Konstanz.

Wenn man in einer solchen Partie kein Mal in Führung liegt, dann muss man den verdienten Erfolg des Bundesliga-Absteigers neidlos anerkennen. Nach dem 1:1 durch Andre Meuser zogen die Gummersbacher bis zur 9. Minute auf 5:1 davon und veranlassten TSV-Trainer Dusko Bilanovic zur ersten Auszeit. Auch wenn die Dormagener im Anschluss bis hin zum 4:7 durch Eloy Morante Maldonado nach einer Viertelstunde die Hoffnung auf die Wende aufrecht hielten, so wurde die ungemein bewegliche VfL-Defensive zu einer kaum zu überwindenden Mauer. Mehrfach nahm der Block VfL-Torwart Filip Ivic die Arbeit ab. In den zweiten 15 Minuten durfte der TSV nur noch über drei Treffer jubeln – Gummersbach schraubte vor allem durch die platzierten Würfe von Österreichs Nationalspieler Alexander Hermann bis zur Pause die Führung auf 13:7.

Nach dem Seitenwechsel zunächst ein ähnliches Bild. Der TSV tat sich vorne schwer und musste sogar eine zweistellige Niederlage befürchten, als erst Hermann traf und danach Marvin Sommer seinen dritten Strafwurf erfolgreich mit einem Heber abschloss und direkt danach mit einem Konter auf 18:9 erhöhte. Bis hin zum 22:13 in der 45. Minute kratzte Gummersbach an der 10er-Marke, doch plötzlich drehten die Gastgeber am Schalter. Die zupackende Abwehr und mehrere starke Paraden von Janis Boieck irritierten den VfL – der Vorsprung schmolz auf 23:19 zusammen. Die TSV-Fans waren völlig aus dem Häuschen und gaben ihrer Mannschaft zusätzliche Unterstützung, als Jakub Sterba seinen abgefangenen Ball im gegnerischen Kasten ablegte, Julian Köster zweimal hintereinander einnetzte und Morante noch einmal auf 22:26 verkürzte.

Mehr ließen die Gäste dann aber doch nicht zu. „Ich war auch in dieser Phase sehr entspannt“, sagte der frühere TSV-Spieler und jetzige VfL-Geschäftsführer Christoph Schindler später. Janko Bozovic und Yonatan Dayan stellten den Endstand her und lösten den Siegesjubel bei den vielen mitgereisten Gummersbacher Fans aus. „Sie haben sicher auch zu der tollen Stimmung in der Halle beigetragen“, betonte VfL-Coach Torge Greve, der vor allem seiner großartigen Abwehr ein hervorragendes Zeugnis ausstellte. Personell war der VfL mit einer voll besetzten Bank deutlich besser aufgestellt. Beim TSV hingegen fehlten verletzungsbedingt vor allem Ian Hüter und dessen 1:1-Qualitäten im Angriff. Außerdem standen Heider Thomas, Pascal Noll und Nuno Rebelo nicht zur Verfügung. „Aber wir brauchen uns nicht zu verstecken“, stellte Dusko Bilanovic fest. „Die Mannschaft hat in der zweiten Halbzeit ein Unentschieden geholt und bis zum Schluss gekämpft.“ Gerade diese Einstellung stellte Geschäftsführer Björn Barthel in seiner Derby-Bilanz heraus: „Auch wenn wir das Spiel verloren haben, der Handball in Dormagen hat heute durch den leidenschaftlichen Kampf auf dem Spielfeld und die begeisternde Atmosphäre im Sportcenter gewonnen.“

TSV Bayer Dormagen – VfL Gummersbach 22:28 (7:13)
Dormagen: Bartmann (3 Paraden), Boieck (ab 19., 7 Paraden), Halfmann (n.e.); Reuland (1/1), Köster (3), Meuser (3), Richter, Löfström (3), P. Hüter, Braun, Morante Maldonado (5), Sterba (2), Grbavac (5/1).
Gummersbach: Ivic (8 Paraden), Puhle (ab 52., 3 Paraden); Schröter (n.e.), Dayan (2), Baumgärtner, Blohme (1), Kontrec, Sommer (5/2), Hermann (9), Herzig (2), Meinhardt (n.e.), Villgrattner (1), Haller (n.e.), Stüber (2), Becker (1), Bozovic (5).
Schiedsrichter: Kauth / Kolb.
Zuschauer: 2419.
Zeitstrafen: 8:10 Minuten.
Siebenmeter: 3/5:3/3 (Reuland scheitert an Ivic, Grbavac an Puhle).
Spielfilm: 1:1, 1:5 (9.), 3:6 (12.), 4:7, 4:10 (21.), 5:12, 7:13 – 7:14, 9:18, 12:21 (42.), 16:22 (47.), 20:24 (53.), 20:26, 22:26, 22:28.

Quelle: TSV Bayer Dormagen
Foto: H. Zaunbrecher

Große Nachfrage vor dem Mittelrhein-Derby

Zum ersten Mal seit acht Jahren gibt es wieder den Handball-Klassiker: Das Mittelrhein-Derby zwischen dem TSV Bayer Dormagen und dem VfL Gummersbach wird an diesem Donnerstag, 31. Oktober, um 19.30 Uhr im TSV Bayer Sportcenter angepfiffen. Der Vorverkauf hat deutlich angezogen: Aktuell wurden bereits knapp 1800 Tickets erworben. Damit ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass endlich mal wieder die 2000er-Marke überschritten wird. Deshalb richtet der TSV die Bitte an die Fans: Kommt möglichst früh, damit sich vor der Halle nicht so viele Menschen drängeln müssen. An der Abendkasse wird auf die Nachfrage reagiert, sie wird deshalb vermutlich schon um 18.15 Uhr öffnen. Wer einen Sitzplatz haben will, sollte sich tatsächlich beeilen. Stehplätze gibt es ausreichend.

Vor der Partie trafen sich die Geschäftsführer der beiden Klubs auf neutralem Boden: Björn Barthel und Christoph Schindler freuen sich auf die Begegnung und auf ein sicher hochinteressantes Handballspiel. Wir sprachen mit ihnen in Köln.

Ein friedliches Treffen vor dem wichtigen Mittelrhein-Derby…
Christoph Schindler: Warum nicht? Als ich in Dormagen spielte hatte ich viel mit Björn zu tun, auch wenn er damals noch nicht in der Verantwortung des Geschäftsführers war. Ich habe mich übrigens sehr wohl in Dormagen gefühlt und könnte heute noch dort sein, wenn es damals nicht andere Gründe für den Wechsel gegeben hätte. Wir werden uns auch nach dem Derby gut verstehen.
Björn Barthel: Ich war Jugendkoordinator beim TSV als Christoph hier spielte. Ich freue mich, dass wir jetzt „Kollegen“ sind und er den Sprung geschafft hat. Es ist sicher eine große Herausforderung, Geschäftsführer bei einem Klub wie dem VfL Gummersbach zu sein. Ich kann Christoph da nur zustimmen: Wir sprechen vor und nach dem Derby immer wieder gerne miteinander.

In dieser Verantwortung ist das Derby für euch neu und hat eine ganz besondere Bedeutung.
Schindler: Klar, das ist schon eine besondere Geschichte, schließlich geht es gegen den Ex-Verein und ich kenne viele Menschen aus meiner ehemaligen Zeit in Dormagen. Natürlich freue ich mich darauf, sie am Donnerstag zu sehen und das ein oder andere Gespräch zu führen. Es war auch toll beim Revival-Treffen vor einem Jahr.
Barthel: Ein solches Derby gegen Gummersbach um Punkte ist immer ein absolutes Handball-Highlight. Der Vorverkauf deutet auf eine Kulisse hin, die wir schon lange nicht mehr hatten. Die Rückmeldungen zeigen übrigens, dass die gesamte Handball-Region auch aus dem Kölner bis in den Aachener Bereich an diesem Spiel interessiert ist.

Es stehen sich zwei Vereine mit einer anerkannt guten Nachwuchsarbeit gegenüber.
Schindler: Es hat sich da bei uns einiges getan. Wir haben sechs Spieler aus der Handball-Akademie im Kader, vier davon sind gebürtige Gummersbacher. Darauf bin ich ganz besonders stolz. Wichtig ist, dass die jungen Spieler nicht nur ausgebildet werden sondern auch spielen können.
Barthel: Wir zählen nach wie vor zu den bedeutendsten Ausbildungsvereinen in Deutschland. Und wir hoffen immer, dass wir unsere talentierten Spieler länger halten können. Gerade dank ihrer gewachsenen Erfahrung spielen unsere Youngster eine bedeutende Rolle in der Mannschaft.

Am Donnerstag wollt ihr beide nach den 60 Minuten jubeln…
Schindler: Wir kommen natürlich nach Dormagen, um beide Punkte mitzunehmen. Dabei werden uns sicher sehr viele Fans aus Gummersbach unterstützen. Tatsächlich sind wir bislang sehr heimstark, zeigen auswärts allerdings unterschiedliche Gesichter – wie zuletzt bei der Niederlage in Emsdetten, nachdem wir mehrfach mit vier Toren vorne lagen.
Barthel: Es ist unsere Absicht, das Sportcenter wieder zu einer Festung zu machen. Das ist bisher gut gelungen, unsere Heimstärke haben wir in dieser Saison unter Beweis gestellt und wollen gegen Gummersbach die Punkte 11 und 12 holen. Wenn wir mit dieser Kampfbereitschaft und der überzeugenden Körpersprache wie in Ferndorf auftreten, dann kann das auch gelingen.

Vorhersagen sind aufgrund der Stärke der 2. Liga aber sehr schwierig?
Christoph Schindler und Björn Barthel übereinstimmend: In der 2. Liga gab es zuletzt Ergebnisse, die niemand erwartet hatte. Prognosen fallen in der Tat nicht leicht. Ein klarer Sieger im Mittelrhein-Derby wäre eher überraschend. Die Entscheidung wird bestimmt erst in den letzten zehn Minuten fallen. Wir hoffen auf eine faire Partie, bei der sich niemand verletzt.

Das Bild zeigt die Geschäftsführer Christoph Schindler (links) und Björn Barthel (rechts)

Quelle und Foto: TSV Bayer Dormagen

TSV feiert höchsten Saisonsieg in Ferndorf

Der zweite Auswärtssieg des TSV Bayer Dormagen war gleichzeitig der höchste Saisonerfolg. Dank einer geschlossenen Mannschaftsleistung ließ das Team von Dusko Bilanovic den Gastgebern in der Kreuztaler Sporthalle vor 1016 Zuschauern nicht den Hauch einer Chance und setzte sich mit 34:22 (15:8) gegen den TuS Ferndorf durch. „Ich bin heute sehr stolz auf meine Mannschaft. Alle haben um jeden Zentimeter gekämpft und einen starken Gegner besiegt“, sagte der Coach, der auch wusste: „Das ist das Ergebnis einer ganzen Woche, in der wir unseren Misserfolg in Krefeld aufgearbeitet haben. Ich bin froh, dass wir den Ferndorf-Fluch besiegen konnten.“ In den letzten fünf Spielen hatte der TSV lediglich einen Punkt gegen Ferndorf geholt. Ferndorfs Michael Lerscht war die Enttäuschung in seinen Worten anzumerken: „Dormagen war uns heute in allen Belangen überlegen.“

Schon früh machten die Dormagener deutlich, dass sie wieder auf die Erfolgsspur einbiegen wollten. Ein besonderes Zeichen setzte Sven Bartmann, der schon in der Anfangsphase Ferndorfs Außen verzweifeln ließ und auch einen Konter des völlig freistehenden Julian Schneider hervorragend parierte. Kompromisslos nutzte der TSV die sich bietenden Chancen und schloss auch die erste Überzahl mit zwei Treffern clever ab. Als überraschend Joshua Reuland zur Siebenmeterlinie ging und die Führung erst auf 8:3 und dann auf 11:4 ausbaute, witterten die vielen mitgereisten Wieselfans bereits die zwei Punkte. Doch vor allem Ferndorfs Schwede Julius Lindskog Andersson wollte sich mit der drohenden Niederlage noch nicht abfinden und sorgte mit drei Treffern in Folge für neue Hoffnung bei den heimischen Fans. Das Tor zum 8:12 in der 25. Minute war allerdings das letzte der Gastgeber vor dem Pausenpfiff. Was noch durch die starke TSV-Defensive kam war gut aufgehoben bei Sven Bartmann. Einem Doppelschlag von Andre Meuser ließ Jakub Sterba den Pausenstand 8:15 folgen – nach „Bartis“ genau getimten Zuckerpass.

Nach dem Seitenwechsel wechselte sich das „J-Trio“ mit dem Torewerfen ab: Joshua Reuland, Jakub Sterba und Julian Köster (der in der Woche drei Tage an einem Lehrgang des Elitekaders teilnahm) waren für die Tore 20 bis 27 verantwortlich und auch für den ersten zweistelligen Vorsprung. Und hinten zeigte Janis Boieck nach längerer verletzungsbedingter Pause erstmals wieder seine Qualitäten im Tor. Während Ferndorf sich mit der Niederlage abgefunden hatte, gab der TSV weiter Gas und feierte schließlich die 60 Werbeminuten für das große Derby: Am Donnerstag (!), 31. Oktober, gibt es erstmals wieder nach achteinhalbjähriger Pause das Mittelrhein-Duell um Punkte zwischen dem TSV und Bundesliga-Absteiger VfL Gummersbach. In einem Meisterschaftsspiel gewann der TSV zuletzt in eigener Halle am 10. November 1996 mit 20:15 gegen den VfL. Tickets gibt es im Vorverkauf im Tabakshop an der Kölner Straße 64 und online.

Wegen der Länderspielpause ist das nächste Wochenende spielfrei, die TSV-Spieler kommen nach einer kurzen Pause am Mittwoch wieder zum Training zusammen. Das führt dann Co-Trainer Peer Pütz durch, da Dusko Bilanovic die ganze Woche bei einem A-Lehrgang weilt. An anderer Stelle trainiert Jakub Sterba: Der tschechische Verband hat den Rechtsaußen zu einer einwöchigen Trainingsmaßnahme eingeladen. Patrick und Ian Hüter mussten derweil den Lehrgang und Testspiele gegen Irland absagen: Ian wegen seiner Finger-OP, Patrick aus Studiengründen.

TuS Ferndorf – TSV Bayer Dormagen 22:34 (8:15)
Ferndorf: Durica (13.-42., 4 Paraden), Hottgenroth (2 Paraden); Basic (2), L. Schneider (2), M. Michel (2), Neitsch (1), Wicklein (3), L. Michel, J. Schneider (1), Rüdiger (1), Lindskog Andersson (7/4), Müller (2), Weber (1), Rink.
Dormagen: Bartmann (14 Paraden), Halfmann (bei einem 7m), Boieck (bei einem 7m und ab 54., 2 Paraden); Reuland (8/4), Köster (3), Meuser (2), Richter (1/1), Löfström (2), Reimer, Thomas, P. Hüter (2), Braun (1), Morante Maldonado (5), Sterba (6), Grbavac (4).
Schiedsrichter: Jan und Manuel Lier.
Zuschauer: 1016.
Zeitstrafen: 8:12 Minuten.
Siebenmeter: 4/5:5/5 (Lindskog Andersson wirft an die Latte).
Spielfilm: 2:5 (10.), 3:7 (12.), 4:11 (51.), 7:11 (24.), 8:12 (25.), 8:15 – 11:16, 12:19 (38.), 13:22 (42.), 14:24 (45.), 22:34.

Quelle: TSV Bayer Dormagen
Foto: H. Zaunbrecher

TSV lässt die Punkte in Krefeld liegen

Wer als Favorit zum noch punktlosen Schlusslicht fährt, der hat nach einer (vermeidbaren) Niederlage wenig Grund zur Freude. Nur zehn Tore in der zweiten Halbzeit waren letztlich zu wenig, um etwas Zählbares aus Krefeld mitzunehmen. Der Aufsteiger feierte vor 1064 Zuschauern am Freitagabend in der Glockenspitzhalle den 30:26 (15:16)-Sieg und damit das erste Erfolgserlebnis in dieser Saison. Am kommenden Samstag muss der TSV Bayer Dormagen erneut auswärts antreten, Gastgeber ist dann der TuS Ferndorf.

In der ersten Hälfte konnten die vielen mitgereisten Dormagener Fans durchaus zufrieden sein. Krefelds Führung wurde regelmäßig mit einem Treffer beantwortet. Und als die HSG fünf Minuten vor der Pause mit zwei Treffern (14:12) vorne lag, drehten Carl Löfström, Eloy Morante Maldonado, Patrick Hüter und Joshua Reuland mit dem 4:0-Lauf die Partie. Etwas zufriedener wären die Gäste dann in die Kabine gegangen, wenn sie mal Simon Ciupinski besser in den Griff bekommen hätten. Doch wenn der Spielmacher frei zum Wurf kommt, stellt er jeden Schlussmann vor ein Problem. In der 30. Minute erzielte Ciupinski seinen vierten Treffer in Halbzeit 1 und sorgte so für den Anschluss zum 15:16.

Der erste Jubel nach dem Seitenwechsel gehörte dem TSV: Morante Maldonado ließ dem eingewechselten Torwart Frederik Stammer keine Chance. Und dann war es vielleicht das Bauchgefühl von Krefelds Trainer Arnar Gunnarsson: Für den Siebenmeter löste der in der ersten Halbzeit selten an den Ball kommende Norman Toth seinen Kollegen wieder ab und parierte gegen Benni Richter, der zuvor noch nicht auf der Platte war. Das verhinderte 15:18 war so etwas wie ein Signal für die HSG, die nun mit vier Treffern in Folge die heimischen Zuschauer hinter sich brachte. Tatsächlich wurde die Führung nicht mehr abgegeben – auch weil Stammer im Tor über sich hinaus wuchs und immer wieder Szenenapplaus kassierte. Die Unterstützung hatte er vom TSV, da etliche Dormagener leider die Präzision der bisherigen Spiele vermissen ließen. Und wenn es denn schon nicht läuft, dann gibt es auch noch Zeitstrafen, über die selbst neutrale Zuschauer den Kopf schüttelten.

So kam was kommen musste: Ante Grbavac, der beste Schütze des Spiels mit neun Toren, brachte den TSV bis auf 26:24 heran, verpasste dann aber die Siebenmeterchance, nachdem Mike Schulz auf 27:24 erhöht hatte. Die merkwürdigen Doppelstrafen gegen Jakub Sterba und kurz drauf gegen Pascal Noll beendeten die Dormagener Hoffnungen, in der Unterzahl trafen KC Brüren und Henrik Schiffmann zum 28 und 29:24. „Wir haben in der zweiten Hälfte so viele Fehler wie noch nie gemacht. Darüber müssen wir reden“, sagte TSV-Trainer Dusko Bilanovic.

HSG Krefeld – TSV Bayer Dormagen 30:26 (15:16)
Krefeld: Toth (3 Paraden), Stammer (ab 31., 7 Paraden, 1 Tor); Schiffmann (3), Viciano (n.e.), Jaeger, Wöstmann, Cutura (n.e.), Vonnahme, Luciano (4), Gentges (4), Schulz (4/1), Hansen (n.e.), Ciupinski (6), Brüren (8/5).
Dormagen: Bartmann (7 Paraden), Halfmann (18.-43., 2 P.); Reuland (2), Köster (2), Meuser (4), Richter, Löfström (2), Reimer (n.e.), Thomas, Rebelo, Noll, P. Hüter (2), Braun (n.e.), Morante Maldonado (5/1), Sterba, Grbavac (9/2).
Schiedsrichter: Oliver und Philipp Frankholz.
Zuschauer: 1064.
Zeitstrafen: 12:12 Minuten.
Siebenmeter: 6/7:3/6 (Brüren wirft neben das Tor – Stammer hält gegen Grbavac und Morante Maldonado, Richter scheitert an Toth).
Spielfilm: 5:4, 7:5 (14.), 8:9 (18.), 10:9, 14:12 (25.), 14:16 (29.), 15:16 – 15:17, 19:17 (36.), 19:18, 21:18, 23:19 (40.), 24:22, 26:22 (47.), 29:24 (56.), 30:26.

Quelle: TSV Bayer Dormagen
Foto: H. Zaunbrecher

TSV drehte die Partie in Emsdetten

Der erste Auswärtssieg wurde gebührend mit den Fans und der Humba in der Ems-Halle gefeiert: Der TSV Bayer Dormagen drehte die Partie nach einem zweimaligen Vier-Tore-Rückstand in der letzten Viertelstunde und verbuchte nach dem 30:27 (11:12)-Erfolg beim TV Emsdetten die Punkte sieben und acht in der noch jungen Saison. In der Tabelle der 2. Handball-Bundesliga kletterte das Team von Dusko Bilanovic auf Rang 4. Gegner am kommenden Freitag, 4. Oktober, ab 19.30 Uhr ist der punktgleiche Tabellennachbar HSC 2000 Coburg. Tickets gibt es im Tabak-Shop, Kölner Straße 64 und online.

Dusko Bilanovic durfte am Sonntag viele Hände schütteln und Gespräche führen, schließlich trug er vier Jahre das Trikot des TV Emsdetten. Dass ihm nach den aufregenden 60 Minuten die Stimme ein wenig abhanden gekommen war, hatte freilich mehr mit der Lautstärke in der Halle zu tun. „Das ist hier eine ganz besondere Atmosphäre. Da muss man schon mal lauter werden, um die Spieler zu erreichen“, sagte der 48-Jährige. Er hatte erwartet, dass die Gastgeber nach den jüngsten Niederlagen „bis zum Umfallen kämpfen werden.“ Das machten sie, konnten aber zunächst nicht verhindern, dass der TSV immer wieder in Führung ging. Zum letzten Mal war es Kreisläufer Carl Löfström, der sechs Minuten vor der Pause zum 10:9 einnetzte. Emsdetten kam besser ins Spiel, gegen die platzierten Würfe aus dem Rückraum von Sven Weßeling, Johannes Wasiliewski und Sören Kress hatte Sven Bartmann keine Chance. Pascal Noll machte den letzten Treffer vor der Halbzeit und begrenzte Emsdettens Vorsprung auf 12:11.

Nach dem Seitenwechsel blieb das Spiel in den ersten zehn Minuten auf Augenhöhe. Auch weil Benni Richter nervenstark von der Siebenmeterlinie traf. Doch nach dem 15:15 schlichen sich ein paar Fehler ins TSV-Spiel ein – und insgesamt vier Mal in dieser Partie nahmen Latte und Pfosten Emsdettens Torwart Konstantin Madert die Arbeit ab. Plötzlich hieß es nach 41 Minuten 19:15 für den TVE. Der TSV bäumte sich auf, kam bis auf zwei Tore heran – und musste einen erneuten Vier-Tore-Rückstand (22:18) hinnehmen. Aber auch davon waren die Gäste nicht wirklich beeindruckt. Und sollte einer der im Fanbus mitgereisten Anhänger kurzfristig den Glauben an den Sieg in fremder Halle aufgegeben haben, so sah nach nur drei Minuten alles wieder anders aus: Angetrieben von Eloy Morante Maldonado dauerte es gerade mal diese 180 Sekunden, in denen der TSV zum 22:22 ausglich. Und zwei folgende Treffer von Jakub Sterba und Ian Hüter beendeten Dormagens 6:0-Lauf bis hin zum 24:22-Vorsprung. Zweimal noch gelang dem TV der Anschlusstreffer, doch weder Madert noch der in den letzten fünf Minuten ins Tor rückende Maurice Paske bekamen danach die Finger an Morantes exakte Abschlüsse. Und hinten entnervte die Defensive Emsdettens Angreifer. Spätestens als Ian Hüter das 28:24 erzielte konnte die Vorbereitung für die kleine Zwei-Punkte-Feier beginnen.

„Wir haben früh rotiert, um für die entscheidende Phase gerüstet zu sein“, wusste Bilanovic, dass seine Jungs das Tempo noch einmal anziehen konnten. Der Trainer sprach von einer geschlossenen Mannschaftsleistung und bedankte sich mit einem Sonderlob bei Morante und Sterba. Sein Kollege Daniel Kubes war dagegen sichtlich enttäuscht: „Das ist heute sehr bitter. Die Spieler haben alles investiert, sind aber nach der 45. Minute eingeknickt. Das war nicht unser Tag.“

TV Emsdetten – TSV Bayer Dormagen 27:30 (12:11)
Emsdetten: Madert (8 Paraden), Paske (ab 54., 1 P.), Lücke (n.e.); Weischer (n.e.), Kress (3), Terhaer (6), Toom (1), Kolk (n.e.), Schliedermann (1), Wasielewski (6), Dräger (2), Damm (n.e.), Holzner (6/4), Weßeling (2).
Dormagen: Bartmann (9 Paraden), Halfmann (bei einem 7m); Reuland, Köster (1), Meuser (2), Richter (4/4), Löfström (5), I. Hüter (3), Thomas, Rebelo (n.e.), Noll (2), P. Hüter, Morante Maldonado (6), Sterba (4), Grbavac (3).
Schiedsrichter: Friedel / Hartmann.
Zuschauer: 1618.
Zeitstrafen: 14:14 Minuten.
Siebenmeter: 4/4:4/4.
Spielfilm: 3:3 (8.), 4:6 (13.), 7:6, 7:8, 9:10, 12:10 (28.), 12:11 – 13:11, 15:15, 19:15 (41.), 20:18, 22:18, 22:24 (53.), 24:25, 24:28, 27:30.

Quelle und Foto: TSV Bayer Dormagen

TSV feiert dritten Sieg im dritten Heimspiel

Nach zwei Zehn-Tore-Siegen gegen Aue und Eisenach ließ der TSV Bayer Dormagen am Samstagabend auch dem TuS N-Lübbecke keine Chance. Vor 1051 Zuschauern gewann das Team von Dusko Bilanovic mit 31:24 (16:12) und setzte sich an die Spitze der Heimtabelle der 2. Handball-Bundesliga. Der Coach gab anschließend nach und genehmigte seinen Spielern den trainingsfreien Dienstag. Aber nur unter der Voraussetzung, dass am kommenden Sonntag, 29. September, ab 17 Uhr in Emsdetten die ersten Auswärtspunkte geholt werden…

Der Unterschied zu den bisherigen Heimerfolgen: Diesmal dauerte es lediglich eine Viertelstunde bis der TSV sich absetzen konnte. Nach einem gewaltigen Hammer von Ante Grbavac in seinem bisher besten Spiel nutzten die Gastgeber die Überzahl nach einer Zeitstrafe gegen Marian Orlowski und zogen von 6:6 auf 9:6 davon. Zweimal war Carl Löfström mit einem cleveren Heber und einem Abschluss trotz Behinderung daran beteiligt. Zudem nahm Ian Hüter genau Maß und traf ins leere Nettelstedter Tor. Der Ex-Dormagener Peter Strosack verkürzte zwar noch mal auf 9:7, doch näher kamen die Ostwestfalen nicht mehr heran. Auch weil ausgerechnet der Rechtsaußen einen rabenschwarzen Tag erwischt hatte: „Das war nicht der Peter so wie wir ihn kennen“, sagte später TuS-Trainer Emir Kurtagic. „Er hatte sich heute wohl zu viel vorgenommen.“ Wegen Meckerns bekam Strosack später eine Zeitstrafe – und nachdem er einen Siebenmeter hoch über das Tor setzte, konnte er sich ein leichtes Schmunzeln nicht verkneifen.

Einmal mehr ein Gewinner im Kasten: Noch eine Nummer stärker als sein Gegenüber Peter Tatai war Sven Bartmann mit seinen teilweise spektakulären Paraden. Und als Passgeber bewährte er sich auch wieder: Das traumhafte Anspiel nutzte Jakub Sterba kurz vor der Pause zum 16:11. Der Rechtsaußen kann sich übrigens nach einer aktuellen Mitteilung des Handballverbandes Tschechiens berechtigte Hoffnungen auf die EM-Teilnahme im Januar 2020 machen.

Grbavac und Sterba erzielten die ersten beiden Treffer nach dem Seitenwechsel und verursachten damit Kurtagics frühe Auszeit nach 3:07 Minuten. Doch auch die einminütige Besprechung änderte nichts am Spielverlauf. Nun nahm Benni Richter Verantwortung von der Siebenmeterlinie, Ian Hüter fing einen Ball ab und netzte den Gegenstoß ein, Patrick Hüter traf sogar per Rückhand. Beim Stande von 24:16 in der 43. Minute griff Kurtagic erneut zur grünen Auszeitkarte, um das Debakel zu verhindern. Tatsächlich konnte seine Mannschaft den Trend und damit die zweistellige Niederlage stoppen. Dormagens Vorsprung schmolz allerdings nur bis auf vier Tore zusammen. Das lag nicht zuletzt an Interimstorwart Hendrik Halfmann, der erst den Strafwurf und dann den Nachwurf von Orlowski abwehrte, Strosack über das Tor werfen und dann auch noch Valentin Spohn scheitern ließ.

So durften die Fans jubeln und Dusko Bilanovic musste die natürlich nicht ernst gemeinte Frage beantworten, warum der Sieg denn diesmal nicht zweistellig ausfiel. Angesichts der Nettelstedter Ansprüche ist Dormagens 31:24-Erfolg schon mehr als erstaunlich, bestätigt aber auch, was Bilanovic immer wieder betont: „Wir können hier im Sportcenter jedes Spiel gewinnen.“ Emir Kurtagic suchte erst gar nicht nach Entschuldigungen und stellte fest: „Der TSV zeigte Leidenschaft und war klar besser.“ Gegen den TuS N-Lübbecke hatte der TSV in der letzten Spielzeit beide Spiele verloren – wie auch gegen den nächsten Heimgegner Coburg am Freitag, 4. Oktober. Diese Bilanz soll sich ebenfalls ändern. Der Vorverkauf läuft – und jetzt wurde der für das Mittelrhein-Derby gegen Gummersbach am Donnerstag, 31. Oktober, gestartet.

TSV Bayer Dormagen – TuS N-Lübbecke 31:24 (16:12)
Dormagen: Bartmann (10 Paraden), Halfmann (3 P.); Reuland, Köster, Meuser (2), Richter (3/2), Löfström (3), I. Hüter (3), Reimer, Thomas, Rebelo (1), Noll (1), P. Hüter (4), Morante Maldonado (2), Sterba (2), Grbavac (10/2).
N-Lübbecke: Tatai (10 Paraden), Jepsen (1 P.), Grzesinski; Genz (1), Walczak (1), Bechtloff (2), Ebner (4), Gierak (1), Bagaric (1), Strosack (4), Mundus, Spohn (3), Schade, Orlowski (6/4), Speckmann (1).
Schiedsrichter: Kauth / Kolb.
Zuschauer: 1051.
Zeitstrafen: 6:8 Minuten.
Siebenmeter: 3/4:4/7 (Tatai hält gegen Grbavac – Orlowski und Spohn scheitern an Halfmann, Strosack wirft über das Tor).
Spielfilm: 2:3, 6:6 (15.), 9:6 (18.), 12:8, 16:11, 16:12 – 18:12 (33.), 21:14 (37.), 24:16 (42.), 25:19, 25:21, 27:23 (55.), 31:24.

Quelle: TSV Bayer Dormagen
Foto: Sven Ludorf

Aufholjagd wurde in Rimpar nicht belohnt

Ähnlich gut wie schon Hamburg hielt der TSV Bayer Dormagen auch im zweiten Auswärtsspiel der 2. Handball-Bundesliga bei der DJK Rimpar mit. Doch einer stand immer wieder im Weg: Torwart Max Brustmann, mit 36 Jahren ältester Spieler auf dem Feld, vernagelte seinen Kasten und wehrte allein bis zur Pause 12 Bälle ab. So lagen die Gastgeber vor 1810 Zuschauern in der Würzburger s.Oliver Arena zur Halbzeit mit 12:9 vorne. Nach dem Wiederanpfiff setzte Carl Löfström den ersten Ball unglücklich an den Pfosten, anschließend erhöhte Rimpar auf 14:9. Den Vorsprung verwaltete die Mannschaft des früheren Neusser Trainer Ceven Klatt ordentlich, profitierte aber auch von mehreren technischen Fehlern der Gäste.

In der 53. Minute kam der TSV bis auf 21:19 durch einen Treffer des nach längerer Pause erstmals wieder einsatzfähigen Eloy Morante Maldonado heran. Anschließend wehrte Hendrik Halfmann in seiner ersten Aktion den Siebenmeter von Dominik Schömig ab. Doch danach scheiterte Ante Grbavac ebenfalls von der Linie an Brustmann, der den dritten Strafwurf abwehrte. Dramatik in der Schlussphase: Morante bringt den TSV bis auf 24:23 heran,l es sind noch sechs Sekunden zu spielen. Der Abschluss soll über Julian Köster laufen. Doch Rimpar fängt den Ball ab und feiert den letztlich glücklichen Erfolg.

DJK Rimpar Wölfe – TSV Bayer Dormagen 24:23 (12:9)
Rimpar: Brustmann (18 Paraden), Wieser (bei einem 7m); Schömig (3/1), Böhm, Karle, Gempp, Schmidt (4), Kaufmann, Siegler (2), Meyer, Schulz (4), Backs (2), Brielmeier (2), Herth (1), Sauer (6).
Dormagen: Bartmann (13 Paraden), Halfmann (bei einem 7m und ab 57., 1 P.); Reuland (5), Köster (1), Meuser, Richter (1/1), Löfström (2), I. Hüter (2), Thomas, Rebelo (1), Noll, P. Hüter, Morante Maldonado (3), Sterba (2), Grbavac (6/4).
Schiedsrichter: Linker / Schmidt.
Zuschauer: 1810.
Zeitstrafen: 8:8 Minuten.
Siebenmeter: 2/3:5/8.

Quelle und Foto: TSV Bayer Dormagen

10-Tore-Sieg auch gegen Eisenach

Die Gäste aus Thüringen hatten sich einiges beim Gastspiel am Rhein ausgerechnet. Doch nach 60 Minuten Tempohandball saßen die Spieler des ThSV Eisenach ähnlich enttäuscht wie die des EHV Aue vor zwei Wochen auf der Bank: Der TSV Bayer Dormagen wiederholte bis auf wenige Details den Ablauf des ersten Heimspiels und gewann nach wiederum 21 Toren in der zweiten Halbzeit souverän mit 34:24 (13:13). 1046 Zuschauer erlebten ein begeisterndes Spiel und feierten den TSV, der vor den übrigen Begegnungen des 3. Spieltages in der Tabelle der 2. Handball-Bundesliga auf Rang 5 kletterte. Am Sonntag, 15. September, muss die Mannschaft von Trainer Dusko Bilanovic nach Würzburg zum zweiten Auswärtsspiel bei der DJK Rimpar reisen. Im TSV Bayer Sportcenter erwartet der TSV am Samstag, 21. September, den TuS N-Lübbecke.

Der Beginn des Spiels sorgte bei den heimischen Fans für Sorgenfalten: Der Aufsteiger erzielte nicht nur die beiden ersten Treffer sondern zog nach acht Minuten bis auf 6:2 davon. Bilanovic griff zur grünen Karte und nahm die Auszeit. Die Besprechung funktionierte, auch dank der Einwechslung von Julian Köster, der zweimal hintereinander platziert traf. Mit den folgenden Toren von Ian Hüter (hatte clever gesehen, dass Torwart Blaz Voncina nicht auf seinem Posten war) und Carl Löfström glich der TSV innerhalb von knapp dreieinhalb Minuten aus. Bedanken konnte sich die Dormagener nun insbesondere bei Sven Bartmann, der mehrfach gegen frei vor ihm auftauchende Eisenacher rettete und vor allem Linksaußen Ivan Snajder trotz seiner insgesamt fünf Treffer schier zur Verzweiflung brachte.

Die Partie blieb offen, da Eisenachs kompakte Deckung nicht so einfach zu knacken war. Die intensive aber überwiegend faire Begegnung hatte kurz vor der Pause einen großen Aufreger: Luka Kikanovic konnte nach einem Foul an TSV-Kapitän Patrick Hüter froh sein, dass die Schiedsrichter lediglich eine Zeitstrafe aussprachen. Der Slowene war es dann auch, der kurz vor und nach dem Seitenwechsel mit drei Treffern seine Mannschaft (letztmals) in Führung brachte (15:14). Die immer besser stehende TSV-Abwehr, zu der nach seiner Rückkehr aus Kanada auch wieder Heider Thomas gehörte, erleichterte nun Sven Bartmann die Arbeit. Dusko Bilanovic schwärmte später über die zupackende Art von Patrick Hüter und Carl Löfström: „Oft redet man nur über Torschützen, aber die Beiden haben in der Abwehr hervorragend gearbeitet.“

Ab dem letzten Drittel ging die Post ab
Das Spiel auf Augenhöhe endete mit den beiden Toren des erneut starken Linksaußen Joshua Reuland – der auch seinen Gegenspieler Ante Tokic an die Kette legte – und dem verwandelten Siebenmeter von Benni Richter zum 22:18. Eisenachs Coach rief seine Spieler zusammen, konnte damit aber den Dormagener Lauf nicht stoppen. Als Sead Hasanefendic sieben Minuten später erneut eine Auszeit nahm, lag der TSV bereits mit 26:20 vorne und steuerte danach auf die Zweistelligkeit zu. Weil auch Nuno Rebelo erfolgreich war und André Meuser genau Maß nahm, lagen sich die TSV-Spieler nach dem erneuten Sieg mit zehn Toren Vorsprung in den Armen. Und auch Jakub Sterba konnte schon wieder jubeln: Der Rechtsaußen hatte sich bei einem Kontakt eine schmerzhafte Platzwunde am Kopf zugezogen, die genäht werden musste. „So wird man ein richtiger Mann“, schmunzelte Coach Dusko Bilanovic. Komplimente gab es indes für einen Eisenacher: Maskottchen Schorsch (Andeas Zettl) ließ sich bei seinen sportlichen Einlagen auch vom Spielstand nicht irritieren.

Während Hasanefendic beim Trainertalk darüber klagte, dass sein Team in der ersten Hälfte zu viele Chancen ausgelassen habe, strahlte Bilanovic: „Wenn wir in unseren Rhythmus kommen ist die Mannschaft brandgefährlich und jeder Gegner muss sich warm anziehen.“ Der Lohn für seine Jungs: „Sie haben einen Tag länger frei. Ab Dienstag legen wir den vollen Fokus auf das Spiel gegen Rimpar.“

TSV Bayer Dormagen – ThSV Eisenach 34:24 (13:13)
Dormagen: Bartmann (15 Paraden), Halfmann (n.e.), Dahmen (n.e.); Reuland (6), Köster (7), Meuser (3), Richter (5/2), Löfström (7), I. Hüter (2), Thomas, Rebelo (2), Noll (n.e.), P. Hüter, Braun (n.e.), Sterba (2), Grbavac.
Eisenach: Voncina (8 Paraden), Karic (ab 42., 0 P.), Noack (ab 50., 3 P.); Iffert (1), Kikanovic (5), Wöhler (1), Potisk, Ulshöfer (1), Miljak (1), Tokic (3), Richardt, Mürköster (2), Obranovic (2), Lumbroso, Snajder (5), Weyhrauch (3/2).
Schiedsrichter: Dinges / Schmack.
Zuschauer: 1046.
Zeitstrafen: 2:4 Minuten.
Siebenmeter: 2/3:2/3 (Richter wirft über das Tor – Bartmann hält gegen Snajder).
Spielfilm: 0:2, 2:6 (8.), 6:6 (11.), 6:7, 9:7 (15.), 12:12 (22.), 13:13 – 14:13, 14:15, 17:17, 19:18 (40.), 24:18 (45.), 32:22, 34:24.

Quelle: TSV Bayer Dormagen
Foto: Zaunbrecher

70 Jahre Handball mit Turnier und Top-Spiel gegen THW Kiel

Er trug das Trikot des TSV Bayer Dormagen und ging dann zum THW Kiel. Mit dem deutschen Rekordmeister wurde Nikolaj Jacobsen drei Mal Meister, holte fünf Mal den DHB-Pokal und zwei Mal den EHF-Cup. Für den dänischen Weltmeistertrainer und Handball-Experten ist nunmehr klar: „Die Zebras sind wieder reif für den Titel. Kiel ist in der Saison 2019/20 mein Favorit Nummer 1.“ Und genau dieser THW Kiel präsentiert sich an diesem Samstag, 10. August, dem Publikum im TSV Bayer Sportcenter. „Die ganze Mannschaft freut sich riesig darüber, gegen ein solch prominent besetztes und hoch eingeschätztes Team zu spielen“, sagt TSV-Coach Dusko Bilanovic. „Wir wollen das Spiel genießen und mit hoffentlich vielen Besucherinnen und Besuchern ein tolles Handballfest feiern.“ Die Partie ist das Highlight des 70-jährigen Bestehens der Handball-Abteilung des TSV Bayer Dormagen, der in der 75 Klubs zählenden „Ewigen Rangliste der 1. Bundesliga“ immer noch Platz 18 einnimmt.

Der aktuelle Stand des Vorverkaufs lässt eine sehr gut gefüllte Halle erwarten: Es sind knapp 1500 Karten bei freier Platzwahl (bis auf zwei Blöcke) verkauft. Deshalb sagt Handball-Geschäftsführer Björn Barthel: „Kommen Sie am Besten möglichst frühzeitig ins Sportcenter.“ Die Tageskassen werden extra bereits um 15 Uhr geöffnet, anderthalb Stunden vor dem Anpfiff des Top-Spiels um 16.30 Uhr. Vorher besteht noch die Möglichkeit, Tickets zum Preis von 10 Euro online oder im Tabak-Shop an der Kölner Straße 64 zu erwerben.

Schon vor dem Hauptspiel kommt es zu interessanten sportlichen Vergleichen bei einem Turnier der vier B-Jugend-Mannschaften TuSEM Essen, VfL Gummersbach, Bevo HC (Niederlande) und Gastgeber TSV Bayer Dormagen. Der Eintritt hierfür ist frei, jeder Besucher nimmt an der Verlosung von 3×2 Tickets für eine besondere Veranstaltung teil: Die glücklichen Gewinner erhalten Eintrittskarten für die „Der Dennis – Ich seh voll reich aus!“-Tour am 8. November 2019 im Kölner E-Werk.
Der Spielplan des B-Jugend-Turniers:
11.00: TSV Bayer Dormagen – TuSEM Essen
12.00: Bevo HC – VfL Gummersbach
13.00: Spiel um Platz 3
14.00: Finale

Der HIT Markt Dormagen sponsert am Samstag 500 Brühwürstchen, die der TSV Bayer an die Besucher des Turniers verschenken wird. Am Eingang erhalten die Gäste einen Verzehrbon. Eine klasse Geste: Die Siegerehrung wird von den Trainern Filip Jicha (Kiel) und Dusko Bilanovic (Dormagen) gegen 15.45 Uhr vorgenommen. Vor dem anschließenden Spiel wird Jocky Krapp (TSV-Abteilungsleiter Handball) einige ehemalige Gesichter des Dormagener Handballs vorstellen. Zugesagt hat unter anderem „Hexer“ Andreas Thiel. Die (kurze) Vorstellung der neuen Dormagener Mannschaft erfolgt nach dem Einlaufen beider Mannschaften. In der Halbzeit des Jubi-Spiels wird die C-Jugend des TSV Bayer für ihre erfolgreiche Saison 2018/19 geehrt.

Nach dem Spiel dürfen sich die Fans auf die Spieler der beiden Bundesliga-Mannschaften freuen. Dann besteht die Gelegenheit, Autogramme von Spielern wie Niklas Landin über Domagoj Duvnjak bis hin zu Patrick Wiencek und von Sven Bartmann bis Carl Löfström zu bekommen. Auf einen Kieler Spieler wartet übrigens eine besondere Erfahrung: Gisli Kristjanssons Vater Kristjan Arason war Mitte der 90er Jahre Trainer des TSV Bayer Dormagen. Bis auf Julian Köster (bei der U19-WM in Skopje) und Heider Thomas (beruflicher Auslandsaufenthalt) werden alle TSV-Spieler im Sportcenter sein.

Quelle und Foto: TSV Bayer Dormagen

TSV Bayer gewinnt den Select Cup 2019

Nach den Siegen in den Gruppenspielen gegen Sporting NeLo aus Belgien sowie die SG Langenfeld gewann der TSV Bayer Dormagen auch das Finale des Handball-Select Cup 2019 in Langenfeld. Das Team von Dusko Bilanovic setzte sich gegen Zweitliga-Aufsteiger HSG Krefeld mit 28:24 (14:12) durch und durfte als Belohnung einen Sack voller Select-Bälle mit nach Hause nehmen. „Die Bälle geben wir weiter an unsere 2. Mannschaft als Dankeschön für die Abgabe mehrerer Spieler, die uns in den ersten Spielen gut geholfen haben“, sagte Bilanovic.

Im Finale setzte der Coach indes auf sein Stamm-Team: „Es war drei Wochen vor dem ersten Meisterschaftsspiel ein wichtiger Test gegen einen unserer Liga-Konkurrenten. Deshalb habe ich im Wesentlichen nur sieben Feldspieler eingesetzt.“ Die Partie verlief lange auf Augenhöhe mit leichten Vorteilen für den TSV, der nach einer Viertelstunde mit 9:6 vorne lag. Doch kurz drauf hieß es plötzlich 11:10 für die Krefelder. Bilanovic reagierte mit einer Auszeit, die Wirkung zeigte: Der starke Kreisläufer Carl Löfström – mit neun Treffern bester Werfer – glich erst aus und brachte anschließend seine Mannschaft wieder in Führung. Beim Stande von 14:12 für den TSV gingen beide Mannschaften in die Kabinen.

Nach dem Seitenwechsel kam die HSG wieder heran, bis zur 45. Minute war das Endspiel des Select-Cups völlig offen. Dann legte der TSV einen Gang zu und setzte sich innerhalb von fünf Minuten mit fünf Treffern in Folge bis auf 25:20 ab. Sechs Minuten vor dem Abpfiff hieß es sogar 28:21, nachdem das Spiel stärker über die rechte Seite lief und Neuzugang Jakub Sterba zu erfolgreichen Abschlüssen kam. Im Gefühl des sicheren Sieges ließen die gute Verteidigung und Torwart Sven Bartmann vor dem Jubel über den Turniersieg noch drei Treffer zu.

TSV: Bartmann, Dahmen (n.e.); Noll (2), Grbavac (5), Richter (1), Meuser (4), Rebelo (1), Sterba (5), Löfström (9), Baup (n.e.), Kinanah, Reimer (n.e.), Braun (1), Eberlein (n.e.).

Nächstes Testspiel am Mittwoch, 7. August
Nach den drei Turnierspielen haben die Spieler an diesem Montag trainingsfrei. Weiter geht es am Dienstagmorgen mit Athletiktraining und abends einer Taktikeinheit. Ein weiteres Testspiel bestreitet der TSV am Mittwoch, 7. August, ab 18.30 Uhr im TSV Bayer Sportcenter gegen die SK Hawks aus Südkorea. Dusko Bilanovic hofft, dass dann auch wieder Joshua Reuland zur Verfügung steht, der gegen Krefeld geschont wurde. Die Hüter-Brüder Patrick (spielte nicht gegen Peru) und Ian sind dann von den Panamerikanischen Spielen in Peru zurück, müssen sich aber sicher erst akklimatisieren. Die US-Auswahl gewann das vorletzte Turnierspiel mit 22:16 gegen den Ausrichter gewonnen und spielen am Montag um Platz 5 gegen Kuba.

Quelle & Foto: TSV Bayer Dormagen

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