Coburg wurde seiner Favoritenrolle gerecht

Der Spitzenreiter der 2. Handball-Bundesliga hatte noch keins seiner bisherigen elf Heimspiele verloren. Und an dieser Glanz-Bilanz konnte auch der TSV Bayer Dormagen bei seinem Gastspiel am Freitagabend in der HUK-Arena nicht kratzen. Letztlich verhinderte das schmale Aufgebot eine zweistellige Niederlage wie zuletzt in Lübbecke. Nach 60 Minuten freute sich der HSC 2000 Coburg vor 2210 Zuschauern über den 32:25 (15:10)-Erfolg. Der TSV musste nach der 12. Saisonniederlage den TuS Ferndorf in der Tabelle vorbei ziehen lassen und fiel auf Rang 10 zurück. Ferndorf gewann beim kommenden TSV-Gegner HSG Krefeld mit 28:24. Das Derby gegen Krefeld findet am Samstag, 14. März, ab 19.30 Uhr im TSV Bayer Sportcenter statt. Tickets gibt es im Tabakshop an der Kölner Straße 64 und online.

Dank der Treffer von Jakub Sterba und Ian Hüter hielten die Gäste fünf Minuten lang den Anschluss. Doch anderthalb Minuten später stand es bereits 6:2, weil Coburg die Einladungen zu den Kontern gerne annahm. TSV-Coach Dusko Bilanovic reagierte mit dem Griff zur grünen Karte. Nach der Auszeit konnte der Lauf der Gastgeber etwas gestoppt werden – auch weil Janis Boieck mit mehreren starken Paraden aufwartete. Er spielte von Beginn an, da Sven Bartmann aufgrund seiner schweren Erkältung gar nicht erst mit ins Oberfränkische gereist war. Als zweiter Torwart war Conny Dahmen mit dabei, der bei einem Strafwurf in den Kasten rückte.

Um näher als bis auf drei Tore heranzukommen hätte die Dormagener Offensive freilich besser treffen und den Ball präziser passen müssen. Bilanovic notierte 21 Fehlwürfe und neun technische Fehler. Der HSC baute seinen Vorsprung weiter aus – und hatte dabei mitunter auch Glück. So traf Carl Löfström die Latte, kurz drauf profitierte Kreisläufer Stepan Zeman von einem Abpraller, den er abfing und zum 15:9 einnetzte. Den letzten Treffer in der ersten Hälfte erzielte der aufmerksame Benni Richter, der in der Abwehr den Ball abfing und den Gegenstoß erfolgreich abschloss.

Hoffnung kam beim kleinen Gäste-Tross auf, als Andre Meuser und anschließend Joshua Reuland nach dem Wiederanpfiff noch zweimal bis auf vier Tore verkürzten. Doch nach dem 17:12 durch den überragenden Florian Billek konnten die Rheinländer nicht mehr für die gewisse Spannung sorgen. Liga-Torschützenkönig Billek traf nach Belieben und trug sich insgesamt 13 Mal in die Tagestrefferliste ein. Erstmals lag Coburg nach einer Dreiviertelstunde mit acht Toren vorne (25:17). Noch deutlicher wurde es nicht, weil der TSV bis zum Schlusspfiff mit einer kämpferischen Topleistung aufwartete und Janis Boieck weitere Male auf sich aufmerksam machte. Den schönsten Treffer der Partie steuerte Jakub Sterba bei, der den Pass von Benni Richter trotz Behinderung aufnahm und den Kempa zum 29:22 verwandelte. Das gleiche Kunststück mit der zweitbesten B-Note präsentierten anschließend Sebastian Weber und Lukas Wucherpfennig zum 32:24 – ehe Benni Richter auch für den letzten Treffer in der zweiten Halbzeit verantwortlich zeichnete.

„Die Jungs haben alles versucht, um die Niederlage in Grenzen zu halten. Und was in unserer Lage besonders wichtig war: niemand hat sich verletzt“, stellte Dusko Bilanovic fest. „Jetzt haben wir zwei Heimspiele in Folge und werden unsere Hausaufgaben machen. Gegen Krefeld stehen uns hoffentlich wieder mehr Spieler zur Verfügung.“

HSC 2000 Coburg – TSV Bayer Dormagen 32:25 (15:10)
Coburg: Kulhanek, Poltrum; Preller, Jaeger (4), Wucherpfennig (2/1), Sproß, Kelm (1), Weber, Billek (13/4), Knauer, Zettermann (2), Varvne (3), Zeman (5), Schröder (2), Neuhold.
Dormagen: Boieck, Dahmen; Reuland (7/5), Görgen, Meuser (4), Richter (5/1), Löfström (1), I. Hüter (1), P. Hüter (1), Braun (2), Sterba (3), Grbavac (1).
Schiedsrichter: Christian und Fabian vom Dorff.
Zuschauer: 2210.
Zeitstrafen: 2:4 Minuten.
Siebenmeter: 5/5:6/6.
Spielfilm: 3:2, 6:2, 8:3 (11.), 9:6 (16.), 10:7, 12:7, 13:9, 15:9, 15:10 – 15:11, 16:12, 18:12, 20:15, 22:17 (43.), 25:17 (45.), 26:18, 29:22, 31:24 32:25.

Quelle: TSV Bayer Dormagen
Foto: Coburg/H. Rosenbusch

TSV will wieder in Erfolgsspur kommen

Gerade auch in schwierigen Zeiten hofft der TSV Bayer Dormagen auf die Unterstützung durch möglichst viele Fans: „Aufgrund von Verletzungen stehen uns nicht alle Spieler zur Verfügung. Deshalb brauchen wir umso mehr Hilfe von der Tribüne“, sagt Trainer Dusko Bilanovic vor der Partie gegen den TV Emsdetten. Das elfte Heimspiel in der 2. Handball-Bundesliga pfeifen die Schiedsrichter Frederic Schmidt und Sascha Linker (Recklinghausen / Bochum) am Freitag, 28. Februar, um 19.30 Uhr im TSV Bayer Sportcenter an. Tickets gibt es im Tabakshop an der Kölner Straße 64 und online. Die Abendkassen öffnen um 18.30 Uhr.

Zweitliga-Dino Emsdetten versucht gerade, den Schalter umzulegen und den drohenden Abstieg zu verhindern. In der letzten Woche wurde Trainer Daniel Kubes beurlaubt, der seit 2014 Verantwortung bei den Münsterländern trug. Nachfolger ist mit dem früheren deutschen Nationalspieler Aaron Ziercke ein alter Bekannter: Der 48-Jährige coachte bis zum Frühjahr 2019 den TuS N-Lübbecke, war zuvor in Rostock und Minden tätig. Mit seinem neuen Klub feierte Ziercke, in Personalunion auch lettischer Nationalcoach, am letzten Samstag den 31:27-Erfolg gegen den ASV Hamm-Westfalen. Ein neuer Spieler setzte dabei die Akzente: Emsdetten hatte noch mal auf dem Transfermarkt zugeschlagen und einen Wechsel im halblinken Rückraum vorgenommen: Der Niederländer Jorn Smits hat den Verein verlassen, auf der Position spielt nun Aivis Jurdzs. Der 36-jährige lettische Nationalspieler, der für Hannover und Leipzig in der 1. Liga spielte, stellte seine Wurfqualitäten mit zehn Treffern gegen Hamm unter Beweis. Zuvor hatte er bei der 24:26-Niederlage in Ferndorf vier Tore erzielt. Ein neues Gesicht auch auf der rechten Angriffsseite: Der 122-fache slowakische Nationalspieler Tomas Urban (30) „wird uns mit seiner Erfahrung im Abstiegskampf helfen“, betonte TVE-Geschäftsführerin Heike Schürkötter. Der Linkshänder kann im Rückraum und auf Rechtsaußen spielen.

Im Hinspiel feierte der TSV den ersten Auswärtssieg der Saison 2019/20. Die Mannschaft drehte die Partie nach einem zweimaligen Vier-Tore-Rückstand in der letzten Viertelstunde und gewann mit 30:27 (11:12). Bester Dormagener Werfer war mit sechs Treffern Eloy Morante Maldonado. Am Freitag wird der Mittelmann ebenso wie Linksaußen Pascal Noll und Heider Thomas verletzungsbedingt fehlen. Jakub Sterba macht Fortschritte und wird vermutlich dabei sein. Auch Julian Köster und Andre Meuser würden gerne spielen. Das letzte Wort dazu kommt vom Arzt.

„Die gesunden Spieler haben Karneval gut überstanden und fleißig trainiert“, stellt Dusko Bilanovic fest und kündigt an: „Wir erwarten Emsdetten mit Respekt, werden aber den Kampf annehmen und die Punkte hier behalten.“ Das soll mit einer ähnlich starken Abwehr wie gegen Rimpar gelingen. „Nur vorne müssen wir uns dann schlauer anstellen.“

Quelle: TSV Bayer Dormagen
Foto: H. Zaunbrecher

Nach Weckruf drehte Eisenach auf

Während der TSV Bayer Dormagen vier Tore in den ersten zehn Minuten erzielte, stand immer noch eine Null hinter dem ThSV Eisenach auf der Anzeigetafel. Man merkte den Gastgebern vor 1683 Zuschauern nach fünf Niederlagen in Folge den Druck an, Pässe kamen nicht an, technische Fehler schlichen sich ein. Nach dem 4:0 durch Joshua Reuland per Siebenmeter nahm ThSV-Coach Sead Hasanefendic die Auszeit, die seine Mannschaft aufweckte: Eisenach drehte die Partie und fuhr den letztlich ungefährdeten 28:24-Erfolg ein. Die Mannschaft durfte sich vor allem bei Schlussmann Blaz Voncina bedanken, der klarste Chancen der Dormagener Angreifer zunichte machte und ausreichend Gründe für seine gestern verkündete Vertragsverlängerung lieferte.

Nur fünf Minuten brauchte der Tabellenzehnte der 2. Handball-Bundesliga für den Ausgleich und spielte „nach dem Weckruf einen richtig guten Handball“, wie TSV-Trainer Dusko Bilanovic feststellte. Dagegen konnte er mit dem Spiel seiner Auswahl nicht zufrieden sein: „Wir haben gut angefangen, dann aber viel zu viele freie Bälle verworfen. Und in der Abwehr standen wir nicht so wie wir wollten.“ Neben dem Ausfall des verletzten Linkshänders Andre Meuser schmerzte insbesondere das Verbleiben von Heider Thomas auf der Bank. Bei dem in der Vorwoche gegen Hamburg so starken Deckungsspieler zwickte es schon im Donnerstag-Training im Oberschenkel. Der gestrige Test in der Werner-Aßmann-Halle endete nach einer Minute mit der Erkenntnis, dass ein Weiterspielen keinen Sinn mache. Geschont wurde später ebenfalls Jakub Sterba, für den Moritz Görgen einsprang. Der Neuzugang machte seine Sache sehr gut und verbuchte auch seine ersten beiden Tore im TSV-Trikot.

Eine ungewöhnliche Situation auf der rechten Eisenacher Seite: Für den angeschlagenen Stamm-Rechtsaußen Ante Tokic spielte dort Willy Weyhrauch. Mit Erfolg – dank seiner drei Treffer innerhalb von knapp vier Minuten lag der ThSV plötzlich mit 8:5 in der 20. Minute vorne. Dann aber kam wie schon in der Vorwoche das vorzeitige Aus für Weyhrauch: Nach einer härteren Berührung des Kopfes von Julian Köster zeigten ihm die Spielleiterinnen Katharina Heinz und Sonja Lenhardt die Rote Karte. Von einer Schwächung auf dem rechten Flügel konnte aber keine Rede sein: Hasanefendic beorderte Linksaußen Adrian Wöhler auf die rechte Seite, wo er sich sichtlich wohlfühlte – und zusammen mit Spielmacher Yoav Lumbroso bester Torschütze wurde.

Die Mannschaften gingen beim Stande von 13:9 für Eisenach in die Kabine und lieferten sich nach dem Seitenwechsel ein offenes Kampfspiel. Dabei verpasste der TSV mehrfach die Chance, das Spiel noch einmal wirklich spannend zu machen. „Auch in der zweiten Halbzeit haben wir uns zu viele Fehlwürfe und technische Fehler geleistet“, ärgerte sich Dusko Bilanovic. Seinem Kollegen Sead Hasanefendic waren indes nach dem Ende der Niederlagenserie „einige Steinchen vom Herzen gefallen“.

Für den TSV geht es am kommenden Samstag, 15. Februar, ab 19.30 Uhr weiter mit der Absicht, die Revanche gegen die DJK Rimpar Wölfe zu schaffen. Im TSV Bayer Sportcenter gibt es dann einen Doppelpack: Um 16 Uhr startet die Dormagener A-Jugend in die Rückrunde der Meisterrunde und trifft auf Pforzheim/Eutingen.

ThSV Eisenach – TSV Bayer Dormagen 28:24 (13:9)
Eisenach: Voncina (14 Paraden), Gorobtschuk (n.e.), Noack (bei einem 7m); Kikanovic (2), Wöhler (5/1), Potisk, Ulshöfer, Miljak, Alaj, Mürköster (3), Obranovic (3), Lumbroso (5/1), Snajder (4), Racic (1), Weyrauch (3), Saul (2).
Dormagen: Bartmann (5 Paraden), Boieck (ab 35., 3 P.); Reuland (2/1), Köster (2), Görgen (2), Richter (3/3), Löfström (4), I. Hüter (3), Thomas, P. Hüter (1), Braun, Morante Maldonado (2), Sterba, Grbavac (5).
Schiedsrichterinnen: Heinz / Lenhardt.
Zuschauer: 1683.
Zeitstrafen: 10:2 Minuten.
Siebenmeter: 2/3:4/6 (Lumbroso scheitert an Boieck – Voncina hält zweimal gegen Reuland).
Spielfilm: 0:4 (10.), 5:4 (16.), 5:5, 8:5, 9:7 (23.), 11:7, 11:9, 13:9 – 15:10 (34.), 17:11, 20:15, 20:17 (47.), 24:18 (52.), 27:22, 28:24.

Quelle und Foto: TSV Bayer Dormagen

TSV begeistert gegen Hamburg

Zum zweiten Mal ist die 2000er-Marke in dieser Saison geknackt: 2122 Zuschauer wurden beim ersten Spiel des Jahres gegen den Handball Sport Verein Hamburg gezählt. Und zumindest die Dormagener Fans wurden nicht enttäuscht: Der TSV legte am Spieltag der Rheinland Versicherungsgruppe spätestens nach einer Viertelstunde alle Fesseln ab, zog erst von 8:8 auf 13:8 und bis zur Pause auf 18:11 davon. Nach 60 Minuten hieß es 32:23 – der dritthöchste TSV-Heimsieg der laufenden Spielzeit war gleichzeitig die deutlichste Niederlage der Gäste in den bisherigen 19 Spielen. Dementsprechend enttäuscht war Trainer Torsten Jansen: „So was wie heute habe ich lange nicht erlebt.“ TSV-Coach Dusko Bilanovic hingegen strahlte und dankte „unserem achten Mann“ – den während des Spiels leidenschaftlich mitgehenden Anhängern.

Patrick Hüter, Ante Grbavac und Jakub Sterba erzielten nach sechs Minuten das 3:0 für den TSV. Es dauerte eine Weile bis die Hamburger das Dormagener Tor richtig vermessen hatten. Zuvor zeichneten sie sich durch drei deutliche Fehlwürfe aus. Nach 12 Minuten hatten beide Teams fünf Mal die gegnerischen Schlussmänner überwunden. Dabei kamen die Gäste zumeist über rechts und den dreimal hintereinander erfolgreichen Thies Bergemann. Als Sven Bartmann sich auf den Rechtsaußen eingestellt hatte, blieb auch diese Waffe stumpf. Und der TSV setzte sich in Bewegung – auch dank Joshua Reulands Treffsicherheit von der Siebenmeterlinie. Endlich konnte auch Ian Hüter wieder ins Spiel eingreifen. Nach viermonatiger Pause machte er bereits kurz nach seiner Einwechslung auf sich aufmerksam, fing einen Ball ab und traf ins leere Tor. Der Allrounder war sofort wieder im Spiel und sorgte auch im rechten Rückraum für Gefahr. Sein Comeback kam zum richtigen Zeitpunkt, denn er konnte den Part von Andre Meuser übernehmen, der wegen einer Bänderverletzung geschont wird.

Die Norddeutschen verstanden die Welt nicht mehr und sahen mehr oder weniger zu, wie der TSV den Vorsprung ausbaute. „Dass wir zur Pause so klar führen, damit hatte ich sicher nicht gerechnet“, war selbst Dusko Bilanovic von dem in dieser Phase einseitigen Spielverlauf überrascht. „Aber wir konnten unseren Trumpf – die Abwehr mit Torwart – bestens ausspielen.“ Nach dem Seitenwechsel tauschte „Toto“ Jansen die Keeper und brachte neben dem kräftigen Dominik Vogt auch den erfahrenen Blazenko Lackovic. Entscheidendes sollte sich aber nicht mehr ändern. Für den Ex-Weltmeister war klar: „Unsere Grundaggressivität und die Bewegung ohne Ball stimmten nicht.“ Näher als bis auf sechs Tore kam Hamburg nicht mehr heran, zweimal führte der TSV mit sogar zehn Toren. Und auch interessant: Patrick Hüter demonstrierte, wie man einen Treffer mit dem Rücken zum Tor erzielen kann. Seine Premiere im TSV-Trikot feierte der frisch verpflichtete Rechtsaußen Moritz Görgen. Bilanovic: „Moritz ist ein Junge aus der Region. Er wird uns im Laufe der Saison noch helfen.“

Durch den Sieg bleibt der TSV auf dem sechsten Rang der 2. Handball-Bundesliga. Erster Auswärtsgegner im neuen Jahr ist der ThSV Eisenach am kommenden Samstag, 8. Februar, 19.30 Uhr. Im TSV Bayer Sportcenter geht es mit der Partie gegen die DJK Rimpar Wölfe am 15. Februar um 19.30 Uhr weiter. Tickets gibt es im Tabak-Shop an der Kölner Straße 64 und online.

TSV Bayer Dormagen – HSV Hamburg 32:23 (18:11)
Dormagen: Bartmann (13 Paraden), Boieck (bei einem 7m); Reuland (10/6), Köster (1), Görgen, Richter, Löfström (2), I. Hüter (1), Heider, P. Hüter (4), Braun (1), Morante Maldonado (4), Sterba (4), Grbavac (5).
Hamburg: Kokoszka (6 Paraden), Edvardsson (ab 31., 5 P.); Schimmelbauer, Fick (2), Lackovic, Tissier (1), Weller (5/1), Ossenkopp (1), Axmann (1), Gertges (4/2), Bauer (1), Forstbauer (2), Bergemann (6), Vogt.
Schiedsrichter: Fratczak/Ribeiro.
Zuschauer: 2122
Zeitstrafen: 8:8 Minuten
Siebenmeter: 6/8:3/5 (Reuland und Grbavac scheitern an Edvardsson – Bartmann hält gegen Weller, der zudem einmal an den Pfosten wirft).
Spielfilm: 3:0 (6.), 4:2 (8), 5:5 (12.), 8:8 (17.), 13:8 (25.), 16:9 (28.), 18:11 – 20:14, 25:15 (39.), 26:19 (45.), 28:22 (56.), 32:23.

Quelle: TSV Bayer Dormagen
Foto: H. Zaunbrecher

Nachwuchs: TSV verteilt Aufgaben und Verantwortung auf mehrere Schultern

Aufgrund des anstehenden Wechsels von Nachwuchskoordinator und A-Jugend-Trainer Jamal Naji zu TuSEM Essen wird der TSV seine Nachwuchsarbeit neu strukturieren. „Wir werden die komplexen und verschiedenen Aufgaben in unserer Nachwuchsarbeit auf mehrere Schultern verteilen“, betont Handball-Geschäftsführer Björn Barthel. „Wir geben unseren sehr guten Nachwuchstrainern Dennis Horn, Peer Pütz und David Röhrig damit die Perspektive sich weiter zu entwickeln und mit den Aufgaben zu wachsen.“

Für Hans-Peter König vom geschäftsführenden Vorstand des TSV Bayer Dormagen steht fest, dass der „TSV Bayer Dormagen im deutschen Handball längst zu den führenden Adressen im Nachwuchsbereich gehört. Mit der Neustrukturierung unterstreichen wir unseren Anspruch und stärken unsere Strukturen vom Kinderbereich bis zur 1. Mannschaft.“ Der zusätzliche Nebenaspekt: Mit der zweiten Hauptamtlichkeit erfüllt der TSV die Erfordernisse, um im nächsten Jahr auch das HBL-Jugendzertifikat mit Stern zu beantragen.

Diese Neuaufstellung in der Personalstruktur gilt ab 1. Juli 2020 und verfolgt nicht zuletzt die Absicht, neben Spielern auch die Nachwuchstrainer gezielt weiterzuentwickeln. Barthel: „Wir sehen unsere Aufgabe auch darin, Trainertalente für den deutschen Handball gezielt zu fördern.“ Abteilungsleiter Jocky Krapp: „Unsere jungen Trainer sind sehr gut und haben nun auch eine längerfristige Perspektive.“

Die Veränderungen in der Übersicht
Neuer Nachwuchskoordinator wird Dennis Horn (23). Er ist damit verantwortlich für den kompletten Nachwuchsbereich und koordiniert den Kinder-, Basis- und Leistungshandball. Die weiteren Aufgaben sind die Weiterentwicklung des Standorts, die Umsetzung der Kriterien für das HBL-Jugendzertifikat, die Koordination der Jugendtrainingszeiten und altersklassenübergreifende Maßnahmen. Horn überwacht die Einhaltung des Rahmentrainingsplans, bzw. des Ausbildungskonzeptes des Vereins und führt die statistische Erfassung und Dokumentation von Leistungswerten der Spieler. Er koordiniert die schulische / berufliche Entwicklung der Spieler mit der sportlichen Laufbahnberatung. Und er wird zusätzlich ab der kommenden Saison Trainer der C1-Jugend.

Dennis Horn begann 2015 als Trainer der E2 beim TSV Bayer Dormagen und wurde 2016 Kinderhandballkoordinator. Anfang 2018 schloss er sein Bachelorstudium mit Schwerpunkt „Sport und Leistung“ an der Deutschen Sporthochschule ab und nahm noch im selben Jahr den Masterstudiengang „Exercise Science and Coaching“ auf, den er im kommenden Sommer erfolgreich abschließen will. „Ich freue mich darauf, mit Peer und David und dem ganzen Team zusammen das Projekt „Jungwiesel“ weiterzuentwickeln und nach wie vor viele junge Kinder und Jugendliche mit dem Handball zu begeistern“, betont Horn.

Peer Pütz übernimmt die Aufgaben als leitender Nachwuchstrainer Leistung. Damit ist er zum einen verantwortlich für die komplette sportliche Ausrichtung der Leistungsmannschaften (A1-, B1- und C1-Jugend). Sein umfangreiches Aufgabenfeld umfasst:
– die sportliche Ausrichtung der Leistungsmannschaften (A1-, B1-, C1-Jgd.)
– die individuelle Athletenförderung
– Scouting
– Vormittagstraining
– Umsetzung und Überwachung der Praxis in der Halle
– Und er ist Trainer der B1-Jugend ab der nächsten Saison sowie weiterhin Co-Trainer der 1. Mannschaft.

„Ich freue mich sehr auf die neue Aufgabe und möchte die bisherige erfolgreiche Arbeit weiterentwickeln. Im Idealfall gelingt es meinem Trainerteam und mir, unsere Begeisterung für den Handballsport auf unsere Jugendspieler zu übertragen und einige von ihnen in unsere 1. Herrenmannschaft und damit in die Handball-Bundesliga zu führen“, erklärt Peer Pütz.

Neuer Trainer der A-Jugend wird der bisherige B-Jugend-Coach David Röhrig, der sich ebenfalls „riesig darüber freut, dass mir der Verein diese Aufgabe anvertraut. Es ist spannend, mit den Talenten der A-Jugend zu arbeiten.“ Röhrig verfügt über eine bereits sehr lange Erfahrung als Jugendtrainer von mehreren Mannschaften, trainierte die Frauenmannschaft des TSV Bonn rrh. in der 4. Liga und coacht seit 2016 bis heute das Bonner Herrenteam (ebenfalls 4. Liga), bei dem er auch noch für die sportliche Leitung verantwortlich ist.

Quelle und Foto: TSV Bayer Dormagen

TSV erhält auch 2020 begehrtes Jugendzertifikat

„Natürlich sind wir glücklich über diese Auszeichnung – auch wenn wir aufgrund unserer hervorragenden Strukturen nicht daran gezweifelt haben“, bewertet Nachwuchskoordinator Jamal Naji die erneute Vergabe des Jugendzertifikats an den TSV Bayer Dormagen. „Der Verein gibt sich mit dem Status Quo aber nicht zufrieden. Alle arbeiten kontinuierlich daran, die Zusammenarbeit mit den Kooperationspartnern und den Schulen weiter zu verbessern.“ Das klare Ziel ist, künftig das Jugendzertifikat mit Stern zu erhalten. „Wir werden mit der Neuaufstellung im Nachwuchsbereich auch die Voraussetzung einer zweiten Hauptamtlichkeit erfüllen“, kündigt Handball-Geschäftsführer Björn Barthel an.

Insgesamt werden in diesem Jahr 25 Vereine aus der 1. und 2. Bundesliga mit dem Jugendzertifikat für ihren nachhaltigen und ressourcenintensiven Aufbau hervorragender Rahmenbedingungen für die Nachwuchsförderung ausgezeichnet. Sieben der 36 Mannschaften bekommen das ligaübergreifende Gütesiegel mit Stern für eine hervorragende Qualität der Nachwuchsförderung. Frank Bohmann, Geschäftsführer der Handball-Bundesliga GmbH: „Die Erfolge der Jugend-und Juniorennationalmannschaften zeigen, dass sich die Nachwuchsförderung in Deutschland auf internationalem Topniveau befindet. Mit der kontinuierlichen Weiterentwicklung des Jugendzertifikats bilden wir eine gute Grundlage für die hochwertige Ausbildung der Nachwuchstalente.“

Seit 2008 wird das Jugendzertifikat an Klubs vergeben, die für Nachwuchs-Handballer in ihren Leistungszentren entsprechend gute Rahmenbedingungen bieten. Das Jugendzertifikat setzt voraus, dass Nachwuchsspieler in Klub und Umfeld möglichst optimale Bedingungen vorfinden, die eine Ausbildung zum Spitzenspieler möglich machen. Im Vergabeverfahren werden Kriterien geprüft, wie zum Beispiel ausgereifte Betreuungs-und Ausbildungskonzepte (Duale Karriere), Qualität des Trainerstabes sowie von Team und Training. Ziel des Jugendzertifikats ist die Sicherung der qualitativen und kontinuierlichen Fort- und Weiterentwicklung von Talenten in den Profivereinen.

 

Quelle und Foto: TSV Bayer Dormagen

TSV siegt im mitreißenden Derby

Besser konnte es kaum laufen: Im Heimspielfinale 2019 besiegte der TSV Bayer Dormagen nach einem packenden Spiel vor 1463 Zuschauern den bisherigen Tabellenführer der 2. Handball-Bundesliga TuSEM Essen mit 31:28 (13:12) und wird definitiv mit einem positiven Punktekonto in die Rückrunde gehen. Die Liga-Halbzeit endet mit dem Gastspiel beim VfL Lübeck-Schwartau am kommenden Freitag, 20. Dezember.

„Ihr wart super und heute unser achter Mann“, bedankte sich Dusko Bilanovic nach den aufregenden 60 Minuten bei den heimischen Fans für die pausenlose Unterstützung. Auch dadurch motiviert „sind manche von uns an ihre Grenzen gegangen“, stellte der TSV-Coach fest. Dabei war die Begegnung des 16. Spieltages nicht ganz so temporeich wie zuvor erwartet wurde. Aufgrund der hohen Zahl der Strafminuten mussten beide Mannschaften gelegentlich die Geschwindigkeit drosseln. Gespielt war nicht einmal eine Minute, als Essens Lucas Firnhaber nach einem Foul auf der Bank Platz nehmen musste. Die Überzahl nutzte der TSV zum 1:1 durch Ante Grbavac und den wohl frühesten Treffer von Sven Bartmann, der den Ball ins verwaiste Essener Tor warf. Kurz drauf hätte Dormagens Schlussmann beinahe den Wurf von Malte Seidel abgewehrt. Doch der Ball rutschte unglücklich in den Kasten. Nach diesen Initialzündungen wuchs der 32-Jährige geradezu über sich hinaus. Mehrere ausgezeichnete Paraden trugen dazu bei, dass sein Team den 3:4-Rückstand in die 7:4-Führung nach 12 Minuten verwandeln konnte.

Tom Skroblien hatte indes erheblichen Anteil daran, dass Essen wieder näher kam. Gegen Dormagen trifft der Linksaußen besonders gerne: Waren es vor einem Jahr 13 Treffer, so wurde er am Freitag mit 12 erfolgreichen Abschlüssen bester Werfer der Partie. Er erzielte auch das letzte Tor der ersten Hälfte zum 13:12-Anschluss, nachdem zuvor Grbavac mit einem Geschoss aus dem Rückraum seine Wurfqualitäten unter Beweis gestellt hatte. Nach dem Wiederanpfiff änderte sich zunächst nicht viel am Spielverlauf: Der TSV verschaffte sich mehrfach einen Zwei-Tore-Vorsprung, Essen verkürzte. Als Patrick Hüter und Tim Zechel nach einer Rangelei Zeitstrafen erhielten und kurz danach auch Grbavac vom Feld musste, kam ein kleiner Bruch ins Dormagener Spiel. Der TuSEM nutzte diese Phase zur zweimaligen Führung über den rechten Flügel durch David Akakpo.

Die Dormagener behielten aber die Ruhe, überzeugten mit ihrem Kombinationsspiel und blieben auch konsequent im Abschluss. Entschieden war aber längst noch nichts, da auch Fredrik Genz an alter Wirkungsstätte eine starke Leistung im Essener Kasten ablieferte. Beim Stande von 26:24 für den TSV sah Carl Löfström nach seiner dritten Zeitstrafe die Rote Karte. Der Schwede reagierte sofort, lief zu den Fans und trommelte in der Schlussphase für den TSV. Auf dem Feld rückte die Mannschaft noch einmal zusammen und war keineswegs geschockt. Der Strafwurf von Joshua Reuland, der abgefälschte Treffer von Andre Meuser und Patrick Hüters Hattrick machten den neunten Saisonsieg klar. Mit der offenen Deckung versuchten die Gäste der Niederlage zu entgehen, doch der bis auf 29:24 angewachsene Vorsprung war nicht mehr aufzuholen. „Über 60 Minuten gesehen ist der Sieg verdient. Das muss ich neidlos anerkennen“, gratulierte Essens Coach Jaron Siewert. Er hatte bei der eigenen 20:19-Führung einen Erfolg für möglich gehalten. „Doch Dormagen hat es dann sehr clever gemacht.“ Für den rundum zufriedenen Dusko Bilanovic waren zwei Punkte der Schlüssel zum Erfolg: „Wir hatten uns vorgenommen, weniger Fehler als in Hamm zu machen und konsequenter beim Abschluss zu sein. Das haben wir geschafft.“

TSV Bayer Dormagen – TuSEM Essen 31:28 (13:12)

Dormagen: Boieck (bei einem 7m), Bartmann (1, 13 Paraden); Reuland (6/3), Köster (3), Meuser (5), Richter (1), Löfström (3), Thomas, Rebelo (n.e.), Noll (n.e.), P. Hüter (5), Braun (n.e.), Morante Maldonado (1), Sterba (2), Grbavac (4).
Essen: Genz (11 Paraden), Bliß (45.-51.); Beyer (n.e.), J. Ellwanger (1), Urios (1), Akakpo (3), Szczesny (2), Ridder (1), Müller (1), Firnhaber (2), Seidel (1), Klingler (1), Kluth (n.e.), Skroblien (12/5), Zechel (3).
Schiedsrichter: Jan und Michael Lier.
Zuschauer: 1463.
Zeistrafen: 16:12 Minuten.
Siebenmeter: 3/4:5/5 (Genz hält gegen Reuland).
Spielfilm: 3:2 (6.), 3:4, 7:4 (12.), 8:8 (17.), 10:8 (20.), 10:10 (22.), 13:11 (28.), 13:12 – 16:14 (35.), 17:17 (40.), 18:19 (43.), 22:20 (47.), 23:23 (50.), 26:24, 29:24 (55.), 29:26, 31:28 (60.).

Der 2. Teddy Bear Toss und die erfolgreiche Sammlung für die pädagogische Ferienfahrt der Hackenbroicher Villa Kunterbunt rundeten den Abend ab. Hierzu folgen weitere Informationen.

Quelle: TSV Bayer Dormagen
Foto: H. Zaunbrecher

„Dormagen verlangte uns alles ab“

In einem sehr guten Zweitligaspiel war der Gastgeber vor 1810 Zuschauern einen „Ticken“ besser, wie Hamms Trainer Kay Rothenpieler die 60 Minuten zusammenfasste. „Wir haben keine Sekunde aufgegeben“, lobte TSV-Coach Dusko Bilanovic die couragierte Leistung seines Teams. Dass nichts Zählbares heraussprang lag letztlich an der zu hohen Zahl der technischen Fehler. Dank des 32:29 (17:15)-Erfolges gehören die Westfalen nun zum punktgleichen Spitzentrio der 2. Handball-Bundesliga. Dormagen ist Siebter, kann aber heute noch von Hamburg verdrängt werden. Im letzten Heimspiel des Jahres erwartet der TSV am kommenden Freitag, 13. Dezember, um 19.30 Uhr Tabellenführer TuSEM Essen im TSV Bayer Sportcenter. Tickets gibt es im Tabak-Shop, Kölner Straße 64 und online.

Der Spielverlauf in der Westpress Arena sollte sich mehrfach wiederholen: Der TSV vergab die Chancen zur 2:0-Führung und fing sich stattdessen zwei überflüssige Treffer ein. Immer wieder legte der ASV vor, doch die Gäste ließen sich nicht abschütteln – auch weil Sven Bartmann mit einer Fülle von hervorragenden Paraden aufwartete. Als der wuchtige Kreisläufer Jan Brosch in der 10. Minute beim Stande von 5:5 nach einem Foul gegen Ante Grabavc die Rote Karte sah, war die Aufregung groß im Lager der Westfalen. Sie verkrafteten aber den Ausfall des bereits zweifachen Torschützen und setzten sich nach einer Viertelstunde bis auf 10:6 ab.

Dass der TSV aufholen kann, hat die Mannschaft in dieser Saison oft genug unter Beweis gestellt. Cool kam sie wieder ran – auch weil Ante Grbavac gleich zweimal hintereinander die gegnerische Abwehr düpierte. Ein wenig Glück half dem ASV beim erneuten Ausbau des Vorsprungs: Erst wurde ein klares Foul gegen Carl Löfström nicht gepfiffen, dann bekam Jakob Schwabe den Ball doch noch, nachdem Julian Köster ihn bereits abgefangen hatte. Der Junioren-Nationalspieler antwortete direkt und läutete mit dem 15:11 die nächste Aufholjagd ein. Die führte bis zum 16:15 durch Pascal Noll mit seinem präzisen Weitwurf ins leere Tor.

Nach dem Seitenwechsel das gleiche Spiel: „Dormagen verlangte uns alles ab. Auch kämpferisch war das unser bestes Spiel seit langem“, betonte der „überglückliche“ Kay Rothenpieler. Köster sorgte für das 23:23 in der 43. Minute und der TSV hatte durchaus die Chancen zur Führung. „Doch Hamm bestrafte uns immer wieder nach unseren Fehlern“, stellte Dusko Bilanovic fest. Hamms spezielle Härte hatte natürlich ebenfalls Auswirkungen: „Wir müssen lernen, so etwas zu ertragen“, sagt der Coach. In der Schlussphase überschlugen sich mehrfach die Ereignisse. Der starke Konter von Jakub Sterba brachte den TSV auf 28:27 heran. Und auch nach dem Treffer von Heider Thomas zum 30:28 gab es noch die Hoffnung auf zumindest einen Teilerfolg. Das mögliche 30:29 wurde allerdings verpasst, im Gegenzug entschied Stefan Lex die Partie – wie schon beim letzten Vergleich im Frühjahr.

ASV Hamm-Westfalen – TSV Bayer Dormagen 32:29 (17:15)
Hamm: Storbeck (7 Paraden), Krechel (ab 50., 1 P.); Huesmann (6/2), Milde (1), Brosch (2), Fuchs, Schwabe (2), Lex (4), Stavast (n.e.), Südmeier (3), Papadopoulos (2), Krings (6), Pretzewofsky (n.e.), Franke (6), von Boenigk.
Dormagen: Bartmann (14 Paraden), Boieck (n.e.); Reuland (3/2), Köster (5), Meuser (3), Richter (3), Löfström (2), Thomas (1), Rebelo (n.e.), Noll (3), P. Hüter (1), Morante Maldonado, Sterba (3), Grbavac (5).
Schiedsrichter: Fedtke / Wienrich.
Zuschauer: 1810.
Zeitstrafen: 12:12 Minuten (Rote Karte gegen Brosch (10.) nach Foul an Grbavac).
Siebenmeter: 2/2:2/2.
Spielfilm: 3:3, 10:6 (16.), 10:9 (20.), 14:9, 16:15, 17:15 – 20:16 (33.), 23:19 (39.), 23:23 (43.), 26:23, 28:25 (49.), 28:27 (52.), 30:27, 31:29, 32:29.

Quelle: TSV Bayer Dormagen
Foto: H. Zaunbrecher

TSV klettert auf sechsten Tabellenrang

Mit dem dritten Sieg in Folge klettert der TSV Bayer Dormagen auf den sechsten Tabellenplatz der 2. Handball-Bundesliga. In dem temporeichen Spiel gegen Bundesliga-Absteiger SG BBM Bietigheim wechselte mehrfach die Führung. Dank der wieselflinken und bärenstarken Dormagener Schlussoffensive drehten die Gastgeber vor 1042 begeisterten Zuschauern den 23:26-Rückstand und feierten schließlich den 33:30-Erfolg und achten Saisonsieg. Weiter geht es mit dem Auswärtsspiel am kommenden Samstag, 7. Dezember, in Hamm und dem letzten Heimspiel des Jahres gegen TUSEM Essen am Freitag, 13. Dezember, mit dem 2. Teddy Bear Toss: Kuscheltiere werden zu Gunsten eines guten Zwecks aufs Spielfeld geworfen. Tickets für das Top-Derby gegen den aktuellen Tabellenzweiten Essen gibt es im Tabakshop, Kölner Straße 64 und online

Der bloße Blick auf das Spielergebnis lässt zwei ähnliche Halbzeiten vermuten. Doch die Partie gegen Bietigheim hatte einen ungewöhnlichen Verlauf: Führte der TSV in der ersten Hälfte mit bis zu fünf Toren, so konnten die Gäste sich berechtigte Hoffnungen auf einen Auswärtssieg nach dem Drei-Tore-Vorsprung zehn Minuten vor Schluss machen. Dann aber kam die Phase, die Bietigheims sichtlich enttäuschten Coach Hannes Jón Jónsson überhaupt nicht gefiel: „Wir verlieren den Kopf und geben das Spiel zu leicht weg.“ Erneut machte sich freilich die Konditionsstärke der Bayer-Werfer bemerkbar, die bis zur 60. Minute immer noch einen Gang zulegen können.

Dabei hätte es der TSV gar nicht so spannend machen müssen. Nach dem Abtasten der beiden Teams stach der Dormagener Rückraum heraus mit den platziert werfenden Andre Meuser, Ante Grbavac, Eloy Morante Maldonado und Julian Köster. So führten die Dormagener nach neun Minuten mit 6:3 und elf Minuten später sogar mit 12:7. Jónsson brachte den siebten Feldspieler, doch die erhoffte Steigerung des Drucks blieb zunächst aus. In der 24. Minute lag der TSV weiter mit fünf Toren (14:9) vorne – auch weil Pascal Noll ins leere Tor traf und kurz drauf Patrick Hüter mit der schnellen Mitte erfolgreich war. „Leider haben wir dann etwas überhastet abgeschlossen und statt mit drei gingen wir nur mit einem Tor Vorsprung in die Kabine“, bedauerte TSV-Trainer Dusko Bilanovic die schrumpfende Führung.

Hatte die Mannschaft aus der Nähe von Stuttgart in der ersten Hälfte keine echte Torwartleistung, so profitierte sie nach dem Seitenwechsel von der Steigerung ihres Schlussmannes Jürgen Müller. Mit mehreren starken Paraden hatte er großen Anteil an der ersten Gäste-Führung – für das 19:20 sorgte Jonas Link in der 38. Minute. Der Ausbau des Vorsprungs bis zum 23:26 brachte dem erzürnten Bilanovic die gelbe Karte ein, nachdem er wenig Verständnis für die merkwürdige 1:9-Vergabe der Strafwürfe hatte. Alle acht Versuche verwandelte Bietigheims Christian Schäfer souverän. Allerdings löste er damit auch eine Trotzreaktion beim TSV aus, die sich in einem 10:4-Lauf ausdrückte. Und da Sven Bartmann mit etlichen herausragenden Paraden die besten Bietigheimer Schützen nervte, endete der elfte Vergleich der beiden Mannschaften mit dem siebten Sieg für Dormagen.

Dusko Bilanovic lobte seine gesamte Mannschaft, die auf Carl Löfström verzichten musste. Und Heider Thomas war angeschlagen in die Partie gegangen. „So konnte ich in der Innenverteidigung nicht viel tauschen“, machte der Dormagener Coach deutlich. „Aber wir sind ein Team. Und jeder hat heute mit seinem Einsatz dafür gesorgt, dass wir auf dem sechsten Rang stehen.“

TSV Bayer Dormagen – SG BBM Bietigheim 33:30 (16:15)
Dormagen: Bartmann (12 Paraden), Boieck (31.-45. und zwei 7m, 2 P.); Reuland (3/1), Köster (3), Meuser (8), Richter (2), Reimer, Thomas, Rebelo (n.e.), Noll (2), P. Hüter (3), Braun (n.e.), Morante Maldonado (3), Sterba (2), Grbavac (7).
Bietigheim: Müller (10 Paraden), Maier (22.-30., 0 P.); Rentschler (2), Öhler (n.e.), Kraus (1), Schäfer (12/8), Rönningen, Dahlhaus (3), Link (8), Asmuth (1), Trost (n.e.), Boschen (n.e.), Marcec (1), Fischer (2).
Schiedsrichter: Gimmler / Rips.
Zuschauer: 1042.
Zeitstrafen: 6:8 Minuten.
Siebenmeter: 1/1:8/9 (Marcec wirft an die Latte und verwandelt den Abpraller).
Spielfilm: 3:3 (5.), 6:3 (9.), 7:6, 12:7 (20.), 14:9 (24.), 15:11, 16:13, 16:15 – 18:18 (35.), 19:20 (38.), 22:23, 23:26 (49.), 26:26 (53.), 26:27, 29:27, 29:28, 31:28, 33:30.

Quelle: TSV Bayer Dormagen
Foto: H. Zaunbrecher

Begeisternde Aufholjagd in Hüttenberg

Das dritte Spiel in Folge gegen Hüttenberg endete mit einem Treffer Vorsprung – für den TSV! Sollten die beiden Mannschaften eines Tages einen Spannungszuschlag einführen, dann werden die Zuschauer sich kaum beschweren können. Denn einmal mehr kam es zum Herzrasen bis zum letzten Pfiff. Für Jubel der Gäste und Niedergeschlagenheit der Gastgeber sorgte Eloy Morante Maldonado: Vor 1120 Handballfans gelang dem 21-Jährigen das 27:26 für den TSV fünf Sekunden vor Schluss. Hüttenberg hatte zwar noch eine Ausgleichschance, doch der direkte Freiwurf von Markus Stegefelt aus zehn Metern blieb folgenlos.

Dormagen ist längst so etwas wie ein Angstgegner für die Mittelhessen: In der 2. Liga gewannen die Rheinländer zehn der bisherigen elf Spiele. Selbst der 17:11-Vorsprung reichte Hüttenberg am Samstagabend nicht für etwas Zählbares. Mit der jetzt viel beweglicheren und zupackenden Defensive sowie einer konsequenteren Chancenverwertung holte das Team von Dusko Bilanovic Tor um Tor auf. Zur eigenen Stärke kam hinzu, dass der TVH nicht mehr den Gang der ersten Hälfte einlegen konnte. Aus Sicht der Dormagener verliefen die ersten 30 Minuten ungewöhnlich: Mehrfach landeten Abpraller bei den Hüttenbergern, die in diesen Phasen wacher als der TSV erschienen. Doch ihre erste Vier-Tore-Führung (9:5) nach einer Viertelstunde schrumpfte wieder zusammen. Das lag am gelungenen Heber von Patrick Hüter, der auch vorne am Kreis zum Einsatz kam, da Carl Löfström wegen einer Erkrankung ausgefallen war; und an dem erneut überzeugenden Linksaußen Joshua Reuland mit drei Treffern in Folge.

Die Hoffnung, dass der fast schon zur Pflicht gewordene Steal von Benni Richter zum 10:10 das Spiel zugunsten der Gäste drehen würde, bewahrheitete sich nicht. Im Gegenteil: Angetrieben von Björn Zintel, der neun seiner elf Treffer in der ersten Hälfte erzielte, setzte sich die Mannschaft von Frederick Griesbach mit dem 7:1-Lauf bis auf 17:11 zur Pause ab. „Diese erste Halbzeit sollten wir schnell vergessen, das war eine Katastrophe“, sagte Bilanovic. Und: „Ich dachte wir würden einschlafen.“ Umso wacher war der TSV nach dem Seitenwechsel. Zwar wuchs der Rückstand sogar auf sieben Tore an, doch das Aufbäumen zeigte Wirkung. Vorne übernahm jetzt Julian Köster Verantwortung, der sich auch von der harten Gangart seines Gegenspielers nicht beeindrucken ließ. Zudem übernahm der auf Linksaußen eingewechselte Pascal Noll den Part des Stimmungsmachers. Es kam hinzu: Janis Boieck bremste mit mehreren starken Paraden, darunter ein abgewehrter Siebenmeter gegen Zintel, die Offensive der Gastgeber aus.

Nach dem ersten Remis in der zweiten Halbzeit (21:21, 44.) gelang Pascal Noll acht Minuten später auch die erste Dormagener Führung zum 24:23. Bis zum Siegtreffer legte der TSV nun immer vor und belohnte sich für ihre sehr gute Leistung nach der Pause. Bilanovic: „Da hat die Mannschaft ihr zweites Gesicht mit Leidenschaft, Kampf und Tempo gezeigt. Ich bin zwar nicht mit allem in der zweiten Halbzeit zufrieden, aber auf jeden Fall mit dem Ergebnis“, war der TSV-Coach „überglücklich“. Doch in der Halle, wo er unter anderem als Spieler der HSG Dutenhofen aktiv war, richtete er auch lobende Worte an den TV Hüttenberg: „Kopf hoch, ihr habt eine starke Mannschaft, die noch viele Punkte holen wird.“ Davon überzeugt war auch sein Kollege Frederick Griesbach in seiner lautstarken Ansprache: „Ich mache meinen Spielern keinen Vorwurf. Wenn sie so dauerhaft Einsatz zeigen, werden wir nicht mehr viele Spiele verlieren.“

Für den TSV geht es am 30. November, ab 19.30 Uhr weiter mit dem Heimspiel gegen Bundesliga-Absteiger und Tabellennachbar SG BBM Bietigheim, der mit Weltmeister Mimi Kraus am kommenden Samstag ins TSV Bayer Sportcenter kommt. Für das siebte Heimspiel am „Tag des Kinderhandballs“ gibt es Tickets im Vorverkauf im Tabakshop an der Kölner Straße 64 und online.

TV Hüttenberg – TSV Bayer Dormagen 26:27 (17:11)
Hüttenberg: Weber (8 Paraden), Plaue (45.-57., 0 P); Fuß (4), Sklenak (2), Belter (n.e.), Lambrecht (1), Uth (n.e.), Rompf (1), Zörb (3), Stegefelt (3/2), Hübscher, Kirschner (n.e.), Zintel (11/4), Klein (1), Roth (n.e.).
Dormagen: Bartmann (3 Paraden), Boieck (ab 28., 5 P.); Reuland (6/3), Köster (5), Meuser, Richter (2), Reiner, Thomas, Rebelo, Noll (4), P. Hüter (2), Braun (n.e.), Morante Maldonado (4), Sterba (1), Grbavac (3).
Schiedsrichter: Friedel / Herrmann.
Zuschauer: 1120.
Zeitstrafen: 8:10 Minuten.
Siebenmeter: 6/7:3/3 (Boieck hält gegen Zintel).
Spielfilm: 3:1 (5.), 5:5, 9:5 (15.), 10:10 (23.), 15:10 (28.), 17:11 – 18:11, 19:12, 19:17 (37.), 21:18, 21:21 (44.), 23:24 (52.), 26:27 (60.).

Quelle: TSV Bayer Dormagen
Foto: TVH

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