TSV bringt beide Punkte aus Dessau nach Hause

Der TSV Bayer Dormagen hat seine Ausgangsposition im Kampf um den Klassenerhalt in der 2. Handball-Bundesliga durch den 36:29-(18:16)-Erfolg in Dessau deutlich verbessert. Da Großwallstadt nur einen Punkt holte, Hagen in Hamburg verlor und Dresden überraschend gegen Wilhelmshaven das Nachsehen hatte, besitzen die Rheinländer jetzt als Tabellenvierzehnter vier Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsrang. Nächster Gegner am kommenden Freitag, 24. Mai, um 19.30 Uhr im TSV Bayer Sportcenter ist die DJK Rimpar Wölfe, Tickets gibt es im Tabakshop an der Kölner Straße 64 und online,

Freud und Leid nach den 60 Minuten in der Anhalt-Arena: Nach den unglücklichen Niederlagen in Hamm und gegen Elbflorenz waren die zwei Punkte Balsam für die Seele der Dormagener Mannschaft. Die TSV-Spieler feierten tanzend den sechsten Auswärtssieg. Doch Dessau war geknickt, ein Erfolg wäre die einzige Chance gewesen, dem Abstieg noch zu entgehen. „Das ist für uns ein bitterer Moment“, stellte Coach Uwe Jungandreas enttäuscht fest. Trost erhielt der Tabellenvorletzte von Dusko Bilanovic: „Ihr schafft das und kommt bald zurück in die 2. Liga.“ Doch natürlich galten die ersten Worte des TSV-Trainers seinem Team, das „vor allem in der zweiten Hälfte konsequent und diszipliniert gespielt hat. Das hat uns in den letzten Spielen gefehlt. Es war heute eine hervorragende Mannschaftsleistung.“

Dabei mussten die Gäste vor 906 Zuschauern eine schwierige Anfangsphase überwinden, in der Philip Ambrosius zwei Würfe von Tim Wieling abwehrte. Doch die bestens aufgelegten Lukas Stutzke und Benni Richter sorgten mit jeweils zwei Doppeltreffern für die erste TSV-Führung in der 9. Minute. Zweimal noch glichen Phillip Jungemann und Geburtstagskind Bruno Zimmermann (24) aus. Doch dann gaben die Dormagener den Vorsprung bis zum Schlusspfiff nicht mehr aus der Hand. Das lag auch daran, dass Ian Hüter und Eloy Morante Maldonado immer wieder ihre Zweikämpfe gewannen und die drei eingesetzten Dessauer Schlussmänner vor unlösbare Aufgaben stellten. Ein entscheidender Trumpf war freilich die Abwehrmauer, an der sich die Gastgeber die Zähne ausbissen. Etliche abgefangene Bälle, aber auch Dessaus technische Fehler führten zu kompromisslos genutzten Gegenstößen. Lediglich Dessaus Rechtsaußen Tomas Pavlicek und Shooter Johannes Wasiliewski nutzten ihre Freiräume. Und der angeschlagene Daniel Zele biss auf die Zähne.

Mitte der zweiten Halbzeit setzten die Dormagener sich mit fünf Treffern in Folge spielentscheidend von 26:23 auf 31:23 ab. Auf der Tribüne wurde es jetzt immer ruhiger, die relativ kleine Gruppe der Dormagener Anhänger war unüberhörbar. Nach dem Schlusspfiff lief das gesamte TSV-Team unter das Dach der Halle, wo es von den jubelnden Fans empfangen wurde. Die letzte Rückreise nach einer Übernachtung setzte den Musikboxen schwer zu und führte zu einem Live-Kontakt mit dem aus Rostock nach Hause fahrenden Bus der HSG Krefeld, die sich am Sonntag Nachmittag mit einem Last-Second-Sieg für die 2. Bundesliga qualifiziert hatte. Der Dormagener Glückwunsch galt sowohl den Seidenstädtern als auch dem ThSV Eisenach, der in die 2. Liga zurückkehrt.

Dessau-Roßlauer HV 06 – TSV Bayer Dormagen 29:36 (16:18)
Dessau: Ambrosius, Motlik, Martinovic; Pavlicek (8/1), Hanisch (1), Vanco (n.e.), Pfeiffer (n.e.), Wasiliewski (5), Hönicke (2), Jungemann (2), Zimmermann (2), Hanner (1), Milkow (4), Zele (3), Zahradnicek (1/1), Scheithauer (n.e.).
Dormagen: Bartmann, Broy; Reuland (2), Pyszora (n.e.), Eggert (2), Löfström (1), I. Hüter (8), Köster, Rebelo (n.e.), Richter (5/3), P. Hüter, Braun, Morante Maldonado (6), Stutzke (10), Wieling (2).
Schiedsrichter: Schulze / Tönnies (Magdeburg).
Zuschauer: 906.
Zeitstrafen: 4:10 Minuten.
Siebenmeter: 2/2:3/4 (Ambrosius hält gegen Wieling).
Spielfilm: 3:4 (9.), 5:7 (13.), 6:9 (15.), 11:12, 12:15, 14:15, 16:18 – 16:19, 20:21 (37.), 20:23, 21:25, 23:26 (42.), 23:31, 26:32, 26:35, 29:36.

Quelle: TSV Bayer Dormagen

Elbflorenz überholt den TSV

24 Tore reichten dem TSV Bayer im November zum Erfolg in Dresden. Doch am Samstagabend im TSV Bayer Sportcenter erzielte der HC Elbflorenz beim Spieltag der pronova BKK zwei Tore mehr als im Hinspiel und feierte den 25:24 (11:11)-Auswärtssieg nach dem letzten Treffer von „Joker“ Gabriel De Santis. Damit zogen die Sachsen in der 2. Handball-Bundesliga am TSV vorbei auf Tabellenplatz 14. Die Dormagener liegen nun zwei Punkte vor dem letzten Abstiegsplatz 16, den Eintracht Hagen einnimmt. Nächsten Sonntag, 19. Mai, spielt der TSV beim aktuellen Achtzehnten Dessau-Roßlauer HV. An der Ausgangsposition hat sich nach der 20. Saisonniederlage nichts geändert: „Wir haben weiterhin alles in unserer Hand“, betont TSV-Trainer Dusko Bilanovic. Doch wurde wie schon vor einer Woche in Hamm die große Chance versäumt, sich weiter von der Abstiegszone abzusetzen. „Alle spielen für uns, nur wir nicht“, ärgerte Bilanovic sich mit Blick auf die Ergebnisse der unmittelbaren Konkurrenz, die auch leer ausging.

Vor 1253 Zuschauern erzielten Sebastian Greß und Roman Becvar die ersten Tore für die Gäste. Tim Wieling von der Siebenmeterlinie und Patrick Hüter nach einem schönen Anspiel von Benni Richter sorgten für den ersten Ausgleich, dem im Verlauf der Begegnung etliche Gleichstände folgen sollten. Für die erste TSV-Führung war Wieling in der 10. Minute (4:3) verantwortlich. Die nächsten beiden Dormagener Treffer gingen auf das Konto von Lukas Stutzke, der ansonsten von Dresdens Arseniy Buschmann gut bewacht wurde. Die folgende Doppelbestrafung gegen Stutzke plus Siebenmeter war übertrieben, hatte aber keine Folgen, da Sven Bartmann den Strafwurf von Julius Dierberg abwehrte. Drei Tage vor seinem 32. Geburtstag wartete „Barti“ wie auch sein Gegenüber Mario Huhnstock in der Folgezeit mit teilweise spektakulären Paraden auf. In der Schlussphase konnten nur noch Carl Löfström und Eloy Morante Maldonado mit jeweils zwei Toren Huhnstock überwinden. Die trugen zum 11:11 zur Pause bei.

Voll motiviert kam der TSV aus der Kabine und schaffte innerhalb von drei Minuten die einzige Drei-Tore-Führung während der 60 Minuten durch Morante mit einem weiteren Doppelschlag und Wieling. Bartmann wollte anschließend auf 15:11 erhöhen. Doch mit einem Sprung durchkreuzte Buschmann den Plan, ins leere Gästetor zu werfen und fing den Ball ab. Plötzlich waren die Gäste wieder im Spiel, ließen in sieben Minuten nur einen Treffer zu und führten in der 40. Minute mit 17:15. Doch aufgrund der übertriebenen Härte machte Elbflorenz sich das Leben selber schwer: Nach den Zeitstrafen gegen Norman Flödl und Nils Gugisch sah Roman Becvar Rot wegen eines bösen Fouls gegen Joshua Reuland. Aus der dreifachen Überzahl machte der TSV allerdings zu wenig, was HC-Coach Rico Göde später ebenso sah: „Wir kamen gut raus aus dieser Situation. Das Momentum war heute auf unserer Seite.“

Bis zum Schlusspfiff legten immer die Gäste vor. Als Letzter traf Gabriel De Santis, den Göde als Joker aufs Feld geschickt hatte. Eine Minute hatte der TSV nach dem 24:25 noch Zeit, um zumindest einen Punkt zu behalten. Doch Daniel Eggerts Pass erreichte Lukas Stutzke nicht und beendete alle Dormagener Hoffnungen. „Wir sind selber schuld, dass wir hier mit leeren Händen stehen“, stellte Dusko Bilanovic fest. „Aber schimpfen bringt nichts, wir müssen positiv denken und uns jetzt voll auf unser Spiel in Dessau konzentrieren.“ Dann soll auch Nuno Rebelo wieder dabei sein, der sich in Hamm eine Fußverletzung zugezogen hatte, die einen Einsatz gegen Dresden nicht zuließ.

Statistik

TSV Bayer Dormagen – HC Elbflorenz Dresden 24:25 (11:11)
Dormagen: Bartmann (13 Paraden), Broy (37.-40.); Reuland, Pyszora (n.e.), Eggert (2), Löfström (4), I. Hüter (1), Köster (1), Rebelo (n.e.), Richter, P. Hüter (1), Braun (n.e.), Morante Maldonado (5), Stutzke (2), Wieling (8/2).
Dresden: Huhnstock (12 Paraden), Halfmann (32.-34.); Pulay (n.e.), Jurgeleit (2/2), Dierberg (4/1), Gugisch (2), Buschmann (1), De Santis (1), Flödl, Kretschmer (1), Greß (5), Kammlodt (4), Becvar (4), Quade (1), Pechstein.
Schiedsrichter: Heine / Standke.
Zuschauer: 1253.
Zeitstrafen: 6:16 Minuten.
Siebenmeter: 2/2:3/5 (Bartmann hält gegen Dierberg und Jurgeleit).
Spielfilm: 0:2, 4:3 (10.), 7:8 (21.), 9:8, 11:10, 11:11 – 14:11 (33.), 14:15 (39.), 15:17 (40.), 17:17, 19:21 (50.), 21:21, 22:24 (55.), 24:24, 24:25 (59.).

Quelle:TSV Bayer Dormagen
Foto: Heinz Zaunbrecher

Unentschieden in Hamm wäre gerecht gewesen

In dieser Partie war alles drin: Carl Löfström bringt den TSV 66 Sekunden vor dem Ende mit 28:27 in Führung. Doch erst gleicht Oliver Milde aus, dann trifft Stefan Lex in der letzten Sekunde zum 29:28. „Ein glücklicher Sieg“, gab Hamms Trainer Kay Rothenpieler später zu. „Das Unentschieden wäre gerecht gewesen.“ Sein Dormagener Kollege Dusko Bilanovic war natürlich enttäuscht: „Das ist bitter. Ich hoffe, uns fehlt der eine Punkt in der Endabrechnung nicht.“ Woran es nichts zu deuteln gibt: Gegen den Tabellennachbarn Elbflorenz Dresden am kommenden Samstag, 11. Mai, um 19.30 Uhr um TSV Bayer Sportcenter kann der TSV sich keine Niederlage erlauben.

Mit einem schmalen Aufgebot war der TSV zum Tabellenvierten nach Hamm gereist: Neben Heider Thomas fehlte auch Rechtsaußen Tim Wieling, der schon im Training über Magen-Darm-Probleme klagte. Doch unter dem Motto „Wir haben nach der Pleite gegen Ferndorf etwas gutzumachen“ zeigten die Gäste eine couragierte Leistung gegen den Favoriten, bei dem sich Kreisläufer Jan Brosch wegen Schulterproblemen abgemeldet hatte. Auch von der nach 18 Minuten auf 9:5 angewachsenen Hammer Führung ließ der TSV sich nicht beeindrucken und kam wieder auf – auch weil der auf Rechtsaußen gerückte Nuno Rebelo nicht zu stoppen war und seine selbst eroberten Bälle im gegnerischen Kasten versenkte. Lukas Stutzke glich mit seinem Wurf ins leere Tor zum 11:11 aus und kurz drauf in der 28. Minute sorgte Eloy Morante Maldonado für die Dormagener 12:11-Führung, die anschließend Joshua Reuland mit dem 13:12 bestätigte. Der TSV hätte zumindest mit einem Remis in die Kabine gehen können. Das verhinderten aber der zuvor mehrfach am überragenden Sven Bartmann gescheiterte ASV-Kapitän Jakob Schwabe mit dem Ausgleich und Fabian Huesmann per Siebenmeter, als schon die Pausensirene ertönt war.

Am Spielverlauf änderte sich auch nach dem Seitenwechsel nicht viel. Der TSV ließ den Rückstand nicht zu groß werden und war beim 19:18 von Morante wieder dran. Nach der anschließenden Balleroberung lag der Ausgleich in der Luft, doch der beim Gegner landende unglückliche Rückpass von Carl Löfström bescherte Hamm zunächst das 20:18. Es folgte durch den Treffer von Torwart Oliver Krechel ins leere TSV-Tor auch der neuerliche Drei-Tore-Vorsprung. Innerhalb von drei Minuten war es dann Nuno Rebelo, der mit einem astreinen Hattrick das 22:22 herstellte. Tor Nummer 22 war der schönste Treffer der Partie nach einem exzellenten Zuspiel von Sven Bartmann.

Weil Lars Gudat erst das 24:22 erzielte und direkt danach den Ball dem TSV abnehmen konnte, war plötzlich die mit 1890 Zuschauern gefüllte Halle wieder zu hören. Doch auch die lautstarke Stimmung brachte Dormagen nicht aus der Bahn. Benni Richter behielt von der Siebenmeterlinie aus die Nerven und verwandelte gegen beide ASV-Schlussmänner eiskalt. In der 56. Minute besorgte er das 26:26, Ian Hüter brachte den TSV zur Begeisterung der engagierten Dormagener Fans sogar mit 27:26 in Führung und leitete die an Dramatik kaum zu überbietende finale Phase ein. Das 27:27 durch Sören Südmeier hatte nur kurzen Bestand, weil der am Kreis wartende Carl Löfström den letzten Dormagener Treffer erzielte. Der reichte allerdings nicht zum Punkterfolg aus, weil die Rheinländer nach Hamms Ausgleich den letzten Angriff aus der Hand gaben. Der mögliche Freiwurf nach einer Aktion gegen Stutzke hätte dem ASV nicht mehr die Gelegenheit zum Konter gegeben. Doch die Schiedsrichter ließen das Spiel laufen.

Dusko Bilanovic wollte in seiner Analyse nicht nur auf die Schlussphase eingehen: „12 technische Fehler in 60 Minuten sind einfach zu viel. Lange Zeit ist unser Matchplan aufgegangen, wir konnten Hamm unter Druck setzen. Und die Spieler haben sehr gut gekämpft.“ Der Dank des Trainers galt den mitgereisten Fans und er hofft, dass gerade auch nach der gezeigten Leistung der Mannschaft die Unterstützung gegen Dresden am kommenden Samstag da ist, „schließlich haben wir ja gerade in der heimischen Halle etwas gutzumachen.“

ASV Hamm-Westfalen – TSV Bayer Dormagen 29:28 (14:13)
Hamm: Krechel (1 Tor, 8 Paraden), Storbeck (bei zwei 7m); Blohme, Huesmann (5/3), Milde (4), Fuchs (1), Sohmann (1), Schwabe (2), Lex (3), Südmeier (5), Gudat (3), Pretzewofsky (n.e.), Papadopoulos (3), von Boenigk (1).
Dormagen: Bartmann (13 Paraden), Broy (n.e.); Reuland (3), Pyszora, Eggert, Löfström (3), I. Hüter (3), Rebelo (5), Richter (6/5), P. Hüter (1), Morante Maldonado (3), Stutzke (4).
Schiedsrichter: Hörath / Hofmann.
Zuschauer 1890.
Zeitstrafen: 6:6 Minuten.
Siebenmeter: 3/3:5/5.
Spielfilm: 1:2, 5:2, 6:5, 9:5 (18.), 11:8 (24.), 11:12 (28.), 12:13, 14:13 – 19:16 (36.), 19:18, 22:19 (43.), 22:22 (46.), 25:23, 25:25 (54.), 26:27 (58.), 27:28, 29:28.

Quelle: TSV Bayer Dormagen
Foto: ASV

A-Junioren DM-Viertelfinale: TSV Bayer Dormagen startet mit Sieg in Melsungen

Die A-Jugend des TSV Bayer Dormagen verschaffte sich im Viertelfinale um die deutsche Meisterschaft mit dem 35:33-Sieg bei der mJSG Melsungen /Körle /Guxhagen eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel am 5. Mai, um 16 Uhr im TSV Bayer Sportcenter. „Wir haben vor 620 Zuschauern in der Crunchtime einen kühlen Kopf bewahrt“, sagte Trainer Jamal Naji und hofft auf Unterstützung am kommenden Sonntag.

Die Zuschauer erlebten in der Melsunger Stadtsporthalle ein temporeiches und taktisch geprägtes Spiel, in das der TSV mit einem Handicap gehen musste: Shooter Sven Eberlein hatte sich im Training das Bein gebrochen und musste damit die Saison vorzeitig beenden. So rückte Kreisläufer Tim Mast in den Rückraum und erledigte seine Aufgaben erfolgreich. Die Hälfte aller Dormagener Treffer gingen auf das Konto von Julian Köster und Carlos Marquis, der zudem von Jamal Naji ein Kompliment für die gute Spielsteuerung erhielt. Von der profitierte nicht zuletzt Kreisläufer Alexander Kothe mit fünf Treffern. Weil die Gastgeber häufig den siebten Feldspieler brachten, konnte sich der solide haltende Torwart Conny Dahmen nach Balleroberungen gleich dreimal in die Torschützenliste eintragen.

Mehrfach wechselten die Führungen. In der ersten Hälfte der zweiten Halbzeit lag Melsungen bereits mit 24:21 und 25:22 vorne. Der TSV drehte die Partie wieder und verschaffte sich vier Minuten vor dem Abpfiff den 33:29-Vorsprung. Doch in der „hitzigen aber stets fairen Atmosphäre“, wie Naji betonte, glichen die Gastgeber nach ihrem 4:0-Lauf wieder aus. Jubeln aber durften die Dormagener nach den beiden Treffern durch zunächst Kothe und zwei Sekunden vor dem Abpfiff von Marquis. „Wir haben gewonnen, weil unsere Findungsphasen für die immer wieder neu zu treffenden Lösungen kürzer als die von Melsungen waren“, kommentierte Dormagens Coach.

Doch noch ist das Viertelfinale nicht entschieden: „Wir brauchen die Fans, die uns am Sonntag im Rückspiel unterstützen“, hofft Jamal Naji auf möglichst viele Zuschauer im Sportcenter.

mJSG Melsungen /Körle /Guxhagen – TSV Bayer Dormagen 33:35 (18:17)
Dormagen: Dahmen (3), Wolters; Köster (9), Kothe (5), Kauwetter, Braun (2), Bark (1), Reimer, Neven, Johannmeyer (3), Koch, Marquis (9/4), Mast (2), Mircic (1).

Beste Werfer Melsungen: Pregler, Cejka (jeweils 6).

Quelle und Foto: TSV Bayer Dormagen

TSV-Heimserie von Ferndorf beendet

Weniger Tore hat der TSV Bayer Dormagen in dieser Saison in der ersten Hälfte noch nicht erzielt: Das 7:16 zur Pause war schon so etwas wie eine Vorentscheidung zu Gunsten des TuS Ferndorf. Nach 60 Minuten sah es zumindest auf der Anzeigetafel und der 24:28-Niederlage etwas freundlicher aus TSV-Sicht aus. Aber das Ende der Heimspielserie mit drei sehenswert herausgespielten Siegen war nicht mehr zu verhindern. „Die erste Hälfte haben wir völlig verschlafen. So etwas wird es nie mehr geben“, kündigte TSV-Trainer Dusko Bilanovic an. Das Ergebnis änderte zumindest nichts an der Tabellenplatzierung: Sechs Spieltage vor Saisonende bleibt der TSV auf Rang 14 der 2. Handball-Bundesliga – mit allerdings nur noch zwei Punkten Vorsprung auf Abstiegsplatz 16, den Eintracht Hagen einnimmt. Kommenden Samstag, 4. Mai, geht es zum Tabellenvierten ASV Hamm-Westfalen.

Die Ansetzungen des Doppelspieltages waren für den TSV wenig erfreulich: Das Freitagspiel in Balingen mit einer Fahrtstrecke von rund 1000 Kilometern samt Niederlage lässt sich nicht so einfach abschütteln. Ferndorf indes konnte sich am Freitag im Heimspiel gegen Hüttenberg neues Selbstvertrauen holen und hatte es am Sonntag auch nicht sehr weit. „Das soll aber keine Entschuldigung sein“, stellte Bilanovic enttäuscht fest. Er lobte die große Moral seiner Mannschaft, die in der zweiten Halbzeit alles versuchte, um die Niederlage vor 1335 Zuschauern in Grenzen zu halten.

Eine nachvollziehbare Erklärung für den frühen Rückstand am Spieltag von Sponsor Gongoll gab es nicht. „Das war bei uns heute sicher eine Kopfsache“, meinte Benni Richter, der nach dem Seitenwechsel als vorgezogener Mann in der auf 5:1 umgestellten Abwehr und vorne mit guten Abschlüssen zu den Besten im Dormagener Team gehörte. An Sven Bartmann lag es auch nicht, dass die Revanche für die 25:26-Niederlage in Ferndorf ausblieb. Die Abwehr konnte einfach das Ferndorfer Angriffsspiel nicht unterbrechen und ließ vor allem Shooter Jonas Faulenbach und später auch Julius Lindskog Andersson alle Zeit zum platzierten Einschuss. „Bei uns passten heute viele Rädchen zusammen“, freute sich Gäste-Trainer Michael Lerscht und lobte insbesondere „unser Prunkstück, die extrem gute Deckung plus Torwart Lucas Puhl.“ Die TSV-Werfer bissen sich an der Gästemauer immer wieder die Zähne aus und brauchten eine Viertelstunde, um in der 23. Minute (!) den vierten Treffer folgen zu lassen. Dass es auch anders geht, stellte Lukas Stutzke unter Beweis, der fünf seiner sechs Tore in der letzten Viertelstunde erzielte.

Der Gewinn der zweiten Hälfte (17:12) bringt zwar keine Punkte, stimmt aber zumindest zuversichtlich. „Wir werden auch in den ausstehenden Auswärtsspielen alles versuchen, um etwas Zählbares mit nach Hause zu bringen“, sagt Dusko Bilanovic.

TSV Bayer Dormagen – TuS Ferndorf 24:28 (7:16)
Dormagen: Bartmann (1 Tor, 11 Paraden), Broy (bei einem 7m); Reuland (3), Pyszora (3), Eggert, Löfström (1), I. Hüter (2), Rebelo, Richter (5/2), P. Hüter (1), Jagieniak, Morante Maldonado (1), Stutzke (6), Wieling (1/1).
Ferndorf: Puhl (15 Paraden), Rottschäfer (ab 54.), Hottgenroth (n.e.); Faulenbach (8), Basic (2), Schneider, Michel (3), Neitsch (3), Wicklein, Wörner (2), Zerbe (6/4), Barwitzki, Andersson (4), Koloper, Müller, Rink.
Schiedsrichter: Linker/Schmidt.
Zuschauer: 1335.
Zeitstrafen: 2:8 Minuten.
Siebenmeter: 3/4:4/4 (Puhl hält gegen Wieling).
Spielfilm: 2:2, 2:5 (7.), 3:6, 3:11 (22.), 4:13 (24.), 7:16 – 10:16 (34.), 10:19 (38.), 13:19 (40.), 15:22 (44.), 17:22 (47.), 19:24 (51.), 20:27, 23:27 (58.), 24:28.

Quelle: TSV Bayer Dormagen
Foto: Heinz Zaunbrecher

Auch Benni Richter bleibt ein Wiesel

Auch Benjamin „Benni“ Richter hat jetzt seinen Vertrag bis 2021 verlängert: Der Spielmacher des Handball-Zweitligisten TSV Bayer Dormagen fühlt sich „hier sehr wohl“ und ist auch optimistisch mit Blick auf den Saisonausgang: „Wir werden in den ausstehenden neun Spielen die Punkte holen, die wir zum Klassenerhalt benötigen.“ Benni Richter kam im letzten Jahr aus Longerich und war schnell im TSV-Team integriert. Mit 95 Toren, davon 29 Siebenmetern, ist er der drittbeste Dormagener Schütze in der laufenden Spielzeit.

Sein Master-Studium in Köln kann der 27-Jährige ideal mit dem Sport verbinden. Richter strebt das Lehramt am Berufskolleg mit den Schwerpunkten Wirtschaftswissenschaften und Sport an. „Ich bin sehr froh, dass die Gespräche auch mit Benni zum Erfolg geführt haben und damit einer der Eckpfeiler der Mannschaft verlängert hat“, betont Björn Barthel, Geschäftsführer der TSV Bayer Dormagen Handball GmbH.

Daten zu Benjamin Richter:

Geburtstag: 28. August 1991
Geboren in Detmold
Familienstand: ledig
Beruf: Student
Größe: 1,95 m
Gewicht: 85 kg
Spielposition: Rückraum Mitte
Bisherige Vereine: TG Lage, TSG Altenhagen-Heepen, Longericher SC
Beim TSV seit 1. Juli 2018
Hobbies: Ski/Snowboard fahren, Reisen, Tennis, soziale Projekte

Matthias Broy wechselt nach der Saison
Torwart Matthias Broy wird den TSV verlassen: Der 27-Jährige schließt sich dem künftigen Drittligisten Rhein Vikings an. Verabschiedet wird der Schlussmann natürlich erst nach Saisonende. Björn Barthel: „Mattes wird bis dahin weiterhin vollen Einsatz für den Klassenverbleib zeigen.“

Quelle und Foto: TSV Bayer Dormagen

Vierten Sieg in Folge knapp verpasst

Fast immer lag der TSV Bayer Dormagen in Hagen vorne. „Ein Unentschieden wäre vielleicht gerecht gewesen“, sagte selbst VfL-Coach Niels Pfannenschmidt. Doch nach 60 umkämpften Minuten durfte die Eintracht dank des 33:32-Erfolges am Freitagabend sogar beide Punkte behalten. Für die enttäuschten Dormagener blieb die Erkenntnis, dass sie erneut ein gutes Spiel gemacht hatten. In den entscheidenden Phasen des Spiels wollte aber der Ball nicht vorbei am langen Schlussmann Tobias Mahncke.

Begleitet von über 100 Fans legte der TSV in der ersten Hälfte immer mindestens einen Treffer vor. Von Beginn an überzeugte die Offensive: Patrick Hüter holte sich nach dem Pfostentreffer von Lukas Stutzke den Ball und erzielte den ersten Treffer der Partie. Der Ausbau der Führung war aber zunächst nicht möglich, weil die Abwehr nicht an die Kompaktheit der letzten Wochen anschließen konnte. So glich Hagen regelmäßig aus. Der Ausfall von Heider Thomas im Defensivverbund machte das Verteidigen gegen Shooter wie Jan-Lars Gaubatz und Tim Stefan nicht einfacher. Bei Thomas meldeten sich neuerliche Leistenbeschwerden, TSV-Trainer Dusko Bilanovic wollte kein Risiko eingehen und schonte ihn.

Für den ersten Zwei-Tore-Vorsprung sorgte Rechtsaußen Tim Wieling, der zunächst sicher von der Siebenmeterlinie traf und anschließend trotz Behinderung von Daniel Mestrum auf 9:7 erhöhte. Durch platzierte Würfe von Lukas Stutzke und Benni Richter blieb der TSV auf der Siegerstraße und dann der gemeinschaftliche Jubel über einen besonderen Treffer: Nach einem Pass von Richter flog Wieling durch die Luft und machte mit seinem 200. Saisontor das 17:15 zwei Minuten vor der Halbzeitpause. Für den 19:17-Vorsprung vor dem Gang in die Kabine war Eloy Morante Maldonado mit zwei Treffern verantwortlich.

Auch nach dem Seitenwechsel dominierte der TSV, der sich sogar für kurze Zeit einen Vier-Tore-Vorsprung verschaffen konnte: Ian Hüter schloss einen Gegenstoß zum 25:21 in der 41. Minute ab. Doch Eintracht Hagen kam wieder auf und verunsicherte die Dormagener Offensive mit einer 5:1-Variante: Sören Kress versuchte die Kreise von Benni Richter zu stören. Und weil er auch torgefährlich war hieß es nach dem Doppelschlag von Kress plötzlich 28:28 neun Minuten vor dem Abpfiff. Der stark spielende Lukas Stutzke brachte seine Mannschaft noch zweimal in Führung, doch weitere Einschläge insbesondere von beiden Außenpositionen verhinderte der nach der Pause eingewechselte Tobias Mahncke. Der 2,02 Meter lange Torhüter war nach einem Unfall eigentlich nur für den Notfall vorgesehen. Der aber war wohl eingetreten, da der letzte Heimsieg im November 2018 notiert wurde.

Hagens erste Führung erzielte Tim Brand zum 31:30 in der 56. Minute. Benni Richter konnte zwar noch einmal ausgleichen, doch Dragan Tubic und Jan-Lars Gaubatz erhöhten auf 33:31. Carl Löfströms Tor sieben Sekunden vor dem Ende stellte lediglich den Endstand her. „Tobias Mahncke hat sechs oder sieben hundertprozentige Chancen abgewehrt“, anerkannte Dusko Bilanovic die Leistung des Torwarts und stellte fest, dass „wir in der ersten Hälfte zu viele Gegentreffer kassiert haben.“ Das lag aus seiner Sicht nicht zuletzt an der Zurückhaltung der eigenen Defensive. Das soll sich im nächsten Heimspiel nach der Länderspielpause wieder ändern: Gegner an Gründonnerstag, 18. April, ist der HSV Hamburg.

VfL Eintracht Hagen – TSV Bayer Dormagen 33:32 (17:19)
Hagen: Dresrüsse, Mahncke (ab 31.); Brand (3), Kress (5), Dell (1), Tubic (3), Pröhl (4), König (n.e.), Bergner (n.e.), Waldhof (3), Gaubatz (8/1), Bornemann, Mestrum (3), Stefan (3), Toromanovic (n.e.).
Dormagen: Bartmann, Broy (18.-30.); Reuland, Pyszora, Eggert (n.e.), Thomas, Löfström (3), I. Hüter (2), Köster (n.e.), Rebelo (n.e.), Richter (6), P. Hüter (1), Morante Maldonado (3), Stutzke (8), Eberlein (n.e.), Wieling (9/5).
Schiedsrichter: Otto / Piper.
Zuschauer: 823.
Zeitstrafen: 8:0 Minuten.
Siebenmeter: 1/1:5/6 (Mahncke hält gegen Wieling).
Spielfilm: 0:1, 7:7 (12.), 7:9 (14.), 11:11, 11:13, 15:16, 17:19 – 17:20, 21:23 (36.), 21:25 (41.), 23:25, 25:26 (47.), 26:28, 28:28, 29:30, 31:30 (56.), 31:31, 33:31 (60.), 33:32.

Quelle: TSV Bayer Dormagen
Foto: Heinz Zaunbrecher

Dormagener A-Jugend ist Meister der Jugend-Bundesliga West

Nach der Niederlage von Burgdorf beim Bergischen HC stand bereits vor dem Anpfiff des letzten Staffel-Heimspiels fest: Die A-Jugend des TSV Bayer ist Meister der Jugend-Bundesliga West. „Da war natürlich ein wenig Luft aus dem Spiel gegen Herne“, sagte TSV-Coach Jamal Naji. „Aber wir wollten auch ohne Schützenhilfe Meister werden.“ Und das gelang dank des 35:24 (16:11)-Erfolgs souverän gegen den schmalen Kader der Westfalia, der sich aber lange gegen die drohende Niederlage wehrte.

Der TSV lag nach 13 Minuten bereits mit 9:3 vorne – um dann neue Spannung in die Partie zu bringen. Eine Reihe von Fehlwürfen und technischen Fehlern nutzten die Gäste zum Anschluss. Nach 25 Minuten führten die Dormagener nur noch 12:9 und auch der Pausenstand 16:11 ließ alles offen. Naji: „Die Mannschaft ist das Tempo gegangen, das wir uns vorgenommen hatten. Ich bin auch mit den getroffenen Entscheidungen zufrieden. Allerdings haben wir zu viele klare Chancen vergeben.“ Das wiederholte sich Mitte der zweiten Hälfte, als es beim 24:16 schon nach einer Vorentscheidung ausgesehen hatte. Doch der Tabellenachte bäumte sich noch mal auf und kam bis zum 26:23 in der 52. Minute heran. Die konzentrierte Dormagener Schlussoffensive führte dann mit dem 9:1-Lauf doch noch zum klaren 20. Erfolg im 21. Spiel.

DM-Viertelfinale nach dem letzten Staffelspiel
Zum letzten Staffelspiel muss der TSV-Nachwuchs am kommenden Samstag, 13. April, nach Minden reisen. Gleichzeitig beginnt die Vorbereitung auf das DM-Viertelfinale. Gegner ist wahrscheinlich die Spielgemeinschaft Melsungen, Körle, Guxhagen. Das Hinspiel findet am letzten April-Wochenende beim Tabellenzweiten der Bundesliga-Staffel Mitte statt. Das Rückspiel ist am Sonntag, 5. Mai, um 16 Uhr, im TSV Bayer Sportcenter.

TSV Bayer Dormagen – HC Westfalia Herne 35:24 (16:11)
Dormagen: Wiese, Dahmen; Köster (5), Kothe (4), Braun (5), Bark (1), Eberlein (1), Leitz, Neven (5/1), Johannmeyer (4), Lindner (1), Marquis (2/1), Mast (5), Mircic (2).
Herne: Seifert; Ollesch (1), Meier (3), Kostuj (3), Sibbel (4), Funke (1), Achatz (5), Frein (3), Fiedler (4/2).

Quelle: TSV Bayer Dormagen
Foto: Heinz Zaunbrecher

Großes Kino gegen Lübeck-Schwartau

Was für ein begeisterndes Spiel.1358 Zuschauer erlebten im TSV Bayer Sportcenter eine großartig funktionierende Dormagener Mannschaft, die erneut einem Tabellenfünften der 2. Handball-Bundesliga keine Chance gab. Der Unterschied zur Partie in Essen: Gegen den VfL Lübeck-Schwartau glänzte der TSV von Beginn an und musste erst gar keinen Rückstand aufholen. „Das war großes Kino“ lobte TSV-Trainer Dusko Bilanovic nach dem 31:23-Erfolg am Samstagabend. Mit jetzt 24 Punkten kletterte sein Team auf Platz 13. Doch von Entwarnung kann keine Rede sein. Schließlich geht es weiter eng zu in der Abstiegsregion. Da erhält die kommende Begegnung am kommenden Freitag, 5. April, ab 20 Uhr bei Eintracht Hagen eine besondere Bedeutung. Wie schon in Essen freuen die Dormagener Spieler sich auf die Unterstützung von möglichst vielen Fans.

Die deutliche Niederlage wollte Gerrit Claasen keineswegs auf den Ausfall von sechs Spielern schieben. „Ein Sieg wäre auch mit den verbliebenen 13 Spielern möglich gewesen. Aber wir konnten heute einfach nicht umsetzen was wir uns vorgenommen hatten“, sagte Lübecks Interimscoach nach den 60 relativ einseitigen Minuten und der ständigen Dormagener Führung ab der ersten Minute. Schon früh hatte der TSV den Gästen die Zähne gezogen – Lübecks Shooter Jan Schult erzielte lediglich ein Tor. Und der mit neun Treffern im Hinspiel überragende Antonio Metzner leistete sich eine Fülle von Fehlern. Gegen eine solch starke Mannschaft wie Lübeck kann man freilich nur bestehen, wenn man seine Aufgaben erfüllt. Und das machten die Dormagener Spieler mit einer großen Spielfreude und einer erneut bärenstarken Abwehr. Der bestens aufeinander abgestimmte Innenblock nahm Torwart Sven Bartmann oft die Arbeit ab.

Vom Feinsten war die Zusammenarbeit zwischen Rückraum und Kreis. Carl Löfström und Patrick Hüter nutzten die meisten Anspiele und gaben Lübecks Torhütern nur wenige Möglichkeiten sich auszuzeichnen. Der lange Dennis Klockmann, im Hinspiel Garant für Lübecks 31:27-Erfolg, konnte lediglich zwei Bälle abwehren und machte nach 21 Minuten Platz für Marino Mallwitz. Aber auch der konnte die 16:11-Pausenführung der Gastgeber nicht verhindern. Der Vorsprung zur Halbzeit hätte sogar noch höher ausfallen können, nachdem der TSV von 13:9 auf 16:9 davongezogen war. Sei´s drum. Auch nach dem Seitenwechsel änderte sich nichts am Spielverlauf. Die torgefährlichen Ian Hüter und Benni Richter machten weiterhin durch Traumanspiele auf sich aufmerksam. Und Lukas Stutzke sorgte in der 48. Minute für den Zehn-Tore-Vorsprung (26:16). Eine kurze Phase der Unaufmerksamkeit ermöglichte den Gästen drei Tore in Folge. Aber ernsthafte Sorgen musste sich kein TSV-Fan machen. Der TSV brachte die Partie sicher nach Hause und konnte auch noch etwas für´s Torverhältnis tun.

TSV Bayer Dormagen – VfL Lübeck-Schwartau 31:23 (16:11)
Dormagen: Bartmann (5 Paraden), Broy (n.e.); Reuland (4), Pyszora (1), Eggert (n.e.), Thomas (1), Löfström (5), I. Hüter (4), Köster (n.e.), Rebelo, Richter (4), P. Hüter (2), Jagieniak (n.e.), Morante Maldonado, Stutzke (5), Wieling (5/4).
Lübeck: Klockmann (2 Paraden), Mallwitz (ab 21., 4 Paraden); Glabisch (4/1), Ottsen (4), Hansen (3), Ranke, Schult (1), Köhler (2), Schrader, Kretschmer (3), Möller (n.e.), Bruhn (3), Metzner (3).
Schiedsrichter: Hörath / Hofmann.
Zuschauer: 1358.
Zeitstrafen: 8:8 Minuten.
Siebenmeter: 4/4:1/1.
Spielfilm: 3:0 (4.), 5:4, 11:6 (21.), 16:9 (29.), 16:11 – 17:11, 21:14 (37.), 26:16 (48.), 26:19, 28:19, 31:23.

Quelle: TSV Bayer Dormagen
Foto: Heinz Zaunbrecher

Grandioser TSV-Sieg in Essen

„Heute haben wir Big-Points geholt“, strahlte Dusko Bilanovic nach dem 39:33 (19:15)-Erfolg in der Essener Halle „Am Hallo“ am Freitagabend. Vorher hatte der Trainer des TSV Bayer Dormagen in der Gäste-Kurve vor über 100 begeisterten Dormagener Anhängern den Takt angegeben. Eindrucksvoll nahm der TSV Revanche für die 34:35-Heimniederlage beim bisherigen Tabellenfünften der 2. Handball-Bundesliga. „Doch das ist erst der Anfang“, kündigte Bilanovic den 60-minütigen Kampf im Spiel gegen Lübeck-Schwartau am kommenden Samstag, 30. März, ab 19.30 Uhr im TSV Bayer Sportcenter an. „Wenn nicht jetzt, wann dann?“ hofft der 47-Jährige auf eine breite Unterstützung der heimischen Fans. Tickets

Michael Hegemann, Ex-Spieler von Dormagen und Essen und jetzt Co-Trainer beim TUSEM, ließ keine Zweifel aufkommen: „Ein klar verdienter Dormagener Sieg. Der TSV besaß die bessere Abwehr und den besseren Torwart.“ Die Anfangsphase allerdings bestimmten die Gastgeber, die nach zehn Minuten gegen das noch nicht ganz sortierte TSV-Team mit 7:3 vorne lagen. Bilanovic nahm die Auszeit und brachte Carl Löfström. „Nicht zuletzt dank seiner Kraft konnte er den körperlich starken Dennis Szczesny weitestgehend ausschalten“, lobte der Coach den Schweden, der sich vor den Augen seines Vaters auch immer wieder vorne am Kreis hervorragend in Szene setzte. Rechtsaußen Tim Wieling schloss nahtlos an seine Superleistung gegen Emsdetten an und brachte den TSV mit drei Treffern in Folge wieder heran. Er erzielte auch den 8:8-Ausgleich, ehe Joshua Reuland mit einem Traumtor für die erste Gäste-Führung zum 10:9 sorgte: Torwart Sven Bartmann hatte den Ball exakt dem in den Kreis fliegenden Linksaußen zugespielt – ein Kempa-Tor der Extraklasse.

Essen konnte zunächst noch einen höheren Rückstand verhindern und hatte auch Glück, als der Wurf von Lucas Firnhaber abgefälscht wurde und unhaltbar für Bartmann zum 15:17 im Kasten landete. Doch der platziert werfende Lukas Stutzke und Heider Thomas mit seinem Treffer zum 15:19 umittelbar vor dem Pausenpfiff waren verantwortlich für den noch erfreulicheren Gang der TSV-Auswahl in die Kabine. Direkt nach dem Wiederanpfiff schraubten die Dormagener den Vorsprung auf 16:22, auch weil Ian Hüter seine Durchschlagskraft als Rechtshänder im rechten Rückraum untermauerte. Leichte Sorgenfalten kamen noch einmal auf, als die Essener mit drei schnellen Toren bis auf 23:26 herankamen. Doch Löfström, Stutzke/zweimal und Ian Hüter beendeten die Hoffnungen der TUSEM-Fans auf eine Wende. Zwar versuchte Essen mit der offensiveren Abwehr noch einmal alles, doch in die freien Räume lief Reuland und wurde von seinen Anspielern gefunden. Der letzte große Aufreger in der bislang torreichsten Begegnung beider Klubs: Tim Zechel sah in der 50. Minute die Rote Karte nach einem Ellbogen-Foul gegen Ian Hüter.

Essens Trainer Jaron Siewert war die Enttäuschung nach einer von seiner Mannschaft nicht schlechten aber auch nicht ausreichenden Leistung anzusehen: „Zehn Minuten lang waren wir gut und haben dann den Faden verloren. Wir haben zu viele Zweikämpfe verloren und zu viele Tore im Rückzug kassiert. Letztlich hat uns der TSV mit unseren eigenen Mitteln Tempo, starke Abwehr und 1:1-Verhalten geschlagen.“ Für Dusko Bilanovic stand schon vor dem Anpfiff fest: „Wenn wir wieder eine starke Abwehr stellen, dann können wir hier etwas holen.“ Und nach dem Abpfiff war er stolz: „Es war eine tolle Teamleistung, jeder Spieler hat seinen Anteil an dem Erfolg.“ Um den guten Lauf nicht zu gefährden wechselte Bilanovic kaum. Dass der längere Einsatz auch mehr Kraft kostet, war den Spielern nur bedingt anzumerken: „Dafür trainieren wir ja bis zu acht Mal in der Woche“, betonte Ian Hüter.

TUSEM Essen – TSV Bayer Dormagen 33:39 (15:19)
Essen: Bliß (5 Paraden), Mangold; Beyer (8/1), Ellwanger (2), Witzke (2), Akakpo (2), Szczesny (5), Ridder (3), Müller (3), Firnhaber (3), Seidel, Klingler (2), Skroblien (3/3), Ingenpass (n.e.), Zechel.
Dormagen: Bartmann (8 Paraden), Broy (bei einem 7m); Reuland (5), Pyszora, Eggert (n.e.), Heider (2), Löfström (5), I. Hüter (5), Köster (n.e.), Rebelo (n.e.), Richter, P. Hüter, Morante Maldonado (1), Stutzke (7), Eberlein (n.e.), Wieling (14/6).
Schiedsrichter: Kern / Kuschel.
Zuschauer: 1092.
Zeitstrafen: 6:10 Minuten (Rot gegen Zechel, 50.)
Siebenmeter: 4/5:6/7 (Bartmann hält gegen Beyer – Wieling scheitert an Bliss).
Spielfilm: 3:1 (5.), 7:3 (10.), 8:8 (16.), 9:10 (20.), 11:10, 12:14 (25.), 15:19 – 15:21, 17:23 (35.), 20:26 (40.), 23:26 (42.), 23:30 (46.), 26:33 (50.), 29:37 (56.), 33:39.

Quelle: TSV Bayer Dormagen
Foto: Heinz Zaunbrecher

« Ältere Einträge |