Ringerin Laura Mertens und Säbelfechter Max Hartung wurden im TSV-Center als Sportler des Jahres ausgezeichnet.
Das Interview mit Paul Wischeidt, das Moderator Marc Pesch führte, war ein Fingerzeig darauf, aus welcher Disziplin Dormagens „Sportler des Jahres“ diesmal kommen würde. Wischeidt war vor 50 Jahren der erste Olympiateilnehmer der Stadt, trat 1968 in Mexiko an und vier Jahre später auch in München – im Fechten. Und da war es keine ganz große Überraschung, dass bei der diesjährigen Sportlerehrung im TSV-Center als Nächster Max Hartung vom TSV Bayer aufgerufen wurde – zumal der Säbelfechter 2017 in Tiflis/Georgien Europameister geworden war, die Auszeichnung zum „Sportler des Jahres“ deshalb nahelag.
Bei Europameisterschaften hatte im vergangenen Jahr auch Laura Mertens überzeugt. Die Ringerin vom AC Ückerath sicherte sich in Novi Sad/Serbien Rang drei und wurde dafür nun mit der Auszeichnung „Sportlerin des Jahres“ belohnt. Darüber hinaus galt der Beifall der rund 250 Zuschauer, die bei der Ehrung für einen würdigen Rahmen sorgten, 44 weiteren Männern und Frauen aus Dormagen, die 2017 in diversen Disziplinen, vom Handball bis zum Minigolf, herausragende sportliche Leistungen erzielt hatten. 22 Mal holten Athleten aus Dormagen im vergangenen Jahr Gold bei Deutschen Meisterschaften, drei Mal gelang das bei Europa- bzw. Weltmeisterschaften.
Er freue sich, dass die „Sportstadt“ weiterhin so erfolgreich sei, sagte Bürgermeister Erik Lierenfeld: „Sport hat bei uns einen hohen Stellenwert.“ Damit das so bleibe, investiere die Stadt in diesem Jahr mehr als drei Millionen Euro in die örtlichen Spielstätten. Der Verwaltungschef, der seit anderthalb Jahren selbst aktiv Sport betreibt und in dieser Zeit sagenhafte 40 Kilogramm abgespeckt hat, rief dazu auf, sich Sportvereinen anzuschließen. Denn nur so hätten Talente die Chance, in die Spitzenklasse aufzusteigen.
Max Hartung und Laura Mertens wollen sich dort noch möglichst lange halten. Beide haben die Olympischen Spiele 2020 in Tokio im Blick. Hartung ist dann 30 Jahre alt, „danach werde ich wahrscheinlich andere Prioritäten setzen“, meinte er. Mertens, die dem Ringertraining alles unterordnet, will sich vorsorglich die Zeit der Wettkämpfe in Japan frei halten, um gegebenenfalls teilnehmen zu können. „Unmöglich ist nichts“, sagt sie selbstbewusst.
Die Sportlerehrung bot Zuschauern und Aktiven (von denen die zu Ehrenden erfreulicherweise nahezu vollständig erschienen waren) mehr als zwei Stunden gute Unterhaltung. Marc Pesch führte souverän durch ein buntes Programm, das neben Gesprächen mit verschiedenen Sportlern auch Vereinspräsentationen und Showelemente beinhaltete. „Speechless“, die Jugendtanzgruppe des TSV, zeigte Streetdance, die Tischtennisspieler des TTC Dormagen präsentierten ungewöhnliche Varianten ihrer Sportart, Jan Soencksen von „Convoy Exceptionell“ führte Clownerien mit Hund und beim Seiltanz vor. Ein Höhepunkt war der Auftritt von vier jungen Männern, die unter dem Namen „Hyperhook“ firmieren. Sie boten eine Mischung aus akrobatischen Sprüngen mit Anleihen aus der Kampfkunst und ernteten dafür besonders viel Applaus. Insgesamt machte es die Mischung, dass der Abend gelang. Der Mix kam jedenfalls offensichtlich gut an. Kaum ein Besucher verließ das TSV-Sportcenter vorzeitig.
Eine interessante Erfahrung gab es für Bürgermeister Erik Lierenfeld bei der so genannten Kickoff-Veranstaltung der neuen Aktion „Bewegt älter werden“ in der Kulturhalle. Denn dass er als junger Mensch durchaus zur Zielgruppe gehört, machte ihm Referent Martin Limbach vom Kreissportbund gleich nach der Begrüßung klar: „Wir wollen Menschen dabei helfen, auch mit 90 Jahren möglichst noch ein selbständiges Leben führen zu können. Wer mit regelmäßiger Bewegung in jungen Jahren beginnt, hat dazu die besten Voraussetzungen.“
„Bewegt älter werden“ basiert auf einem simplen Alltags-Fitness-Test des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). Er besteht aus sechs einfachen Übungen, mit denen Arm- und Beinkraft, Ausdauer, Beweglichkeit und Geschicklichkeit überprüft werden. Der Test lässt sich mit kleineren Hilfsmitteln in jedem größeren Raum durchführen. Die Teilnehmer können dabei auch ganz normale Kleidung tragen. „Auch mit 90 Jahren sollte ein Mensch innerhalb von 30 Sekunden noch neun Mal vom Stuhl aufstehen können“, so Limbach. Bei 60-Jährigen liegt die Mindestzahl bei 15 (Frauen) beziehungsweise 17 Wiederholungen (Männer).
Damit möglichst viele ältere Menschen an dem DOSB-Test teilnehmen können, suchen die Projektpartner Stadt und Kreissportbund jetzt Bürgerinnen und Bürger, die sich als Tester schulen lassen. „Das können Übungsleiter aus den Sportvereinen sein, aber auch gern andere Interessenten aus dem Bereich der Seniorenbetreuung, wenn sie ein sportliches Grundverständnis haben“, erklärte Limbach. Die Schulung findet am Samstag, 14. April, von 10 bis 17 Uhr in der Turnhalle der Theodor-Angerhausen-Schule statt. Sie ist wird als Übungsleiter-Fortbildung mit acht Lerneinheiten anerkannt. Im Juni sollen dann die Fitness-Tests beginnen.
Für die Aktion setzen sich auch der Sport-Verband Dormagen und der Seniorenbeirat ein. Neben dem Gesundheitsaspekt nannte der SVD-Vorsitzende Claus Radke ein weiteres Ziel: „Bewegung bedeutet auch Begegnung. Gemeinsamer Sport schützt vor Einsamkeit.“ Begleitend zu dem Projekt wird der Kreissportbund eine Übersicht zu allen Sportangeboten für ältere Menschen in Dormagen erstellen. Weitere Informationen telefonisch unter 02181-6014085.
SPD: Die Stadt soll über die örtlichen Vereine auch andere Angebote an Kinder und Jugendliche herantragen.
Beim TuS Germania Hackenbroich wird nicht nur Sport getrieben. Seit geraumer Zeit engagiert sich der Verein auch in der Integrationsarbeit, bietet zum Beispiel Sprachunterricht für junge Migranten an. Der TSV Bayer Dormagen fährt ebenfalls mehrgleisig: Einerseits kann man dort in diversen Abteilungen etwas für seine Fitness und Gesundheit tun, andererseits übernimmt der TSV soziale Verantwortung in einem gemeinsamen Projekt mit dem Dormagener Ortsverband des Deutschen Kinderschutzbundes, bei dem es um die Ächtung von Mobbing im Sport geht. Die beiden Beispiele dienen der örtlichen SPD-Fraktion als Vorbilder für ihr inzwischen in einen Antrag gekleidetes Ziel: Sie will herausfinden, ob sich organisierter Sport und Maßnahmen der Kinder- und Jugendhilfe nicht grundsätzlich trefflich verbinden lassen – zum Nutzen der jungen Menschen.
Ein erster Schritt dazu soll ein Kinder- und Jugendtag in Dormagen werden, schlagen die Sozialdemokraten vor. Denn dabei könnte sich herausstellen, ob Kooperationen zwischen Sport sowie Kinder- und Jugendhilfe sinnvoll sein können. Die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses sprachen sich jetzt bereits einstimmig dafür aus, einen solchen Tag wie von der Stadtverwaltung vorgeschlagen am 29. September dieses Jahres auf dem südlichen Teil der Kö in der Innenstadt auszurichten – im Zusammenhang mit dem Michaelismarkt. Der Sportausschuss soll in seiner Sitzung an diesem Donnerstag (17.30 Uhr, Ratssaal) über diese Idee befinden.
„Der organisierte Sport wird kaum als Möglichkeit der sozialpädagogischen Intervention genutzt. Dabei geht es beim Sport um mehr als um gesundheitliche Aspekte oder die Steigerung motorischer und kognitiver Fähigkeiten“, argumentiert SPD-Ratsmitglied Michael Dries. Sportvereine hätten Möglichkeiten, auf Kinder und Jugendliche hinsichtlich der Teilhabe, Demokratisierung und der politischen Bildung einzuwirken. Und: In den Sportvereinen werde die umfassendste Jugendarbeit in der Stadt betrieben. Dries: “ Diese Kontakte sollten wir nutzen, um an Jugendliche heranzukommen.“
Norbert Führes (Grüne) schloss sich im Jugendhilfeausschuss an: „Wir begrüßen eine solche Verzahnung.“ Martina Busch-Engels (CDU) erinnerte daran, dass es in den 1990-er Jahren einen Jugendtag der Verbände gegeben habe, der später abgeschafft worden sei, weil es von Verbänden und Trägern nicht mehr zu leisten gewesen sei. Sie meinte aber auch: “ Wir wollen es natürlich ausprobieren.“
Robert Krumbein, der städtische Erste Beigeordnete, nannte den Vorstoß der Sozialdemokraten „eine spannende Idee. Wir würden das gerne ausprobieren“. Die Kinder- und Jugendbeauftragte der Stadt, Julia Stöcker, solle jetzt ein erstes Konzept erarbeiten. Nach Krumbeins Vorstellung soll der Kinder- und Jugendtag nicht nur punktuell als „bunter Tag“ veranstaltet werden, sondern es solle „ein gemeinsamer Weg entwickelt werden, um für Jugendliche bessere Angebote zu machen“.
Und mit ein wenig Glück müsste die Stadt die Kosten für ein solches Projekt eventuell gar nicht alleine stemmen. „Vielleicht gibt es Fördergelder vom Land“, spekulierte Krumbein. Das müsste noch geprüft werden. Nun haben erstmal die Mitglieder des Dormagener Sportausschusses das Wort.
…. Nach fast 46 Dienstjahren beim TSV Bayer Dormagen, wurde Uschi Ruth am 28. Februar 2018 in den wohlverdienten (Un-)Ruhestand verabschiedet. Im Rahmen einer kleinen Feierstunde wurde Uschi Ruth (Bild Mitte) von ihrem ersten Geschäftsführer Herbert Missalla (Bild rechts) und dem aktuellen Vorsitzenden des TSV Bayer Dormagen, Karl-Josef Ellrich (Bild links), verabschiedet. TSV Vorsitzender Karl-Josef Ellrich würdigte die großen Verdienste, die sich Uschi Ruth beim Aufbau der TSV Geschäftsstelle seit Beginn der siebziger Jahre, speziell in den Bereichen Lohnbuchhaltung und Personalwesen, erworben hat.
Sie begann 1969 eine kaufmännische Ausbildung bei der Bayer AG und wurde noch während der Ausbildung vom damaligen Geschäftsführer Herbert Missalla 1971 zum TSV Bayer Dormagen geholt, der damals aus der Fusion der Vereine TuS Bayer und SV Bayer Dormagen hervorging.
Zudem engagierte sie sich lange Jahre ehrenamtlich in verschiedenen Funktionen in der Leichtathletik-Abteilung, über 40 Jahre leitete sie das Wettkampfbüro bei vielen nationalen und internationalen Veranstaltungen. Der TSV würdigte dieses Engagement mit der Verleihung der Goldenen Verdienstnadel im Jahr 2013.
Ihre Nachfolgerin in den Bereichen Lohnbuchhaltung und Personalwesen ist mit Wirkung vom 01.03.2018 Frau Marion Littek.
BU v.li: TSV Vorsitzender Karl-Josef Ellrich, Uschi Ruth und Herbert Missalla.
Die Wettkämpfe finden in der als „Iceberg“ bekannte Olympiahalle von 2014 statt. „Das wird sicher eine ganz besondere Erfahrung für die drei. Sie haben sich die Teilnahme mit guten Leistungen verdient und ich bin überzeugt, dass sie auch im Kräftemessen mit der Weltspitze das ein oder andere sportliche Ausrufezeichen setzen werden können“, beglückwünschte TSV-Fechtkoordinator Olaf Kawald seine Schützlinge zur Nominierung.
Betreut werden die Deutschen Säbelfechter vor Ort unter anderem von TSV-Coach Dan Costache (Trainer Junioren männlich) sowie dem neuen Stützpunkttrainer am Höhenberg Imre Bujdoso (Trainer Kadetten männlich), seines Zeichens Olympiasieger mit der ungarischen Mannschaften bei den Spielen in Seoul 1988.
Die Kadetten reisen bereits am 28. Februar nach Russland. Emily Kurth steht am 4. März im Einzel und zwei Tage später mit der Mannschaft auf der Planche. Die Junioren reisen am 5. März an. Larissa Eifler bestreitet ihren Einzelwettkampf am 9. März, zwei Tage später findet der Damen-Teamwettbewerb statt. Raoul Bonah greift am 7. März ins Geschehen ein. Auch er steht drei Tage später mit der deutschen Mannschaft auf der Planche.
Der TSV Bayer Dormagen freut sich über die Nominierung unserer Fechter und wünscht allen drei Athleten viel Erfolg in Sochi.
Das Foto zeigt Larissa Eifler
Quelle: TSV Bayer Dormagen
Foto: Heinz J. Zaunbrecher
Der Sportverband und der Sportservice Dormagen haben mit Unterstützung des Sportbundes Rhein-Kreis Neuss das Projekt Bewegt ÄLTER werden in Dormagen ins Leben gerufen.
Das wichtigste Ziel des Projektes ist es, Menschen ab 60 Jahren davon zu überzeugen, dass sie ihre funktionale Fitness bis ins hohe Alter erhalten müssen, um ein selbstständiges und mobiles Leben im Alter führen zu können.
Zur individuellen Orientierung bieten wir im 1. Halbjahr 2018 stadtweit drei Termine an, bei denen die älteren Einwohner den anerkannten Alltags-Fitness-Test (AFT) durchlaufen.
Zur Auftaktveranstaltung des Projektes laden wir ganz herzlich ein:
Donnerstag, 8. März 2018 um 18.30 Uhr in der Kulturhalle Dormagen, Langemarkstr. 1 – 3
Die offizielle Einladung zur Auftaktveranstaltung finden Sie unter diesen Link
Dortmund /Dormagen. Tolle Leistung von Tanja Spill bei den deutschen Hallenmeisterschaften in Dortmund. Die seit einiger Zeit zu den besten deutschen Läuferinnen über die Mittelstrecke gehörende Athletin des TSV Bayer Dormagen gewann Silber dank eines enorm starken Endspurts über 800 Meter in 2:07,07 Minuten und verbesserte damit ihre bisherige Saisonbestleistung (2:07,62). Nur Rivalin Christina Hering von der LG Stadtwerke München lag bei ihrem Start-Ziel-Sieg 14 Hundertstel vor Spill und holte damit Gold. Den gleichen Endstand gab es schon bei den deutschen Freiluft-Meisterschaften im letzten Jahr.
Spill hatte sich gestern in 2:09,39 Minuten mit der zweitschnellsten Zeit (hinter Hering) für das Finale qualifiziert. Dort lief sie ein taktisch kluges Rennen: Hinter Hering bildete sich auf der Schlussrunde ein Dreikampf mit der Dormagenerin sowie Jana Reinert (LG Region Karlsruhe) und Rebekka Ackers (TSV Bayer 04 Leverkusen) um die Plätze zwei und drei. Tanja Spill hatte eine schwierige Ausgangsposition, zog aber souverän an den Beiden vorbei. Reinert (2:07,49 min) lief zu Bronze, Ackers (2:07,55) wurde Vierte.
Vier Ausschüsse haben in einer Sitzung beschlossen, diesen Neubau im Schulzentrum Nord dem Stadtrat zu empfehlen. Ob es zu den Bau- und Sanierungsprojekten für rund 83 Millionen Euro per ÖPP-Verfahren kommt, ist offen.
Nach dreidreiviertel Stunden warfen die erschöpften Mitglieder der vier Ausschüsse das Handtuch und verschoben eine Diskussion über das Thema Öffentlich-Private-Partnerschaft (ÖPP) in die Ratssitzung. Sie hatten zuvor tiefgehende Details über die geplante Zusammenarbeit zwischen der Stadt und einer Projektgesellschaft erfahren, die eine umfangreiche Sanierung des Schulzentrums Hackenbroich, des Bettina-von-Arnim-Gymnasiums (BvA) sowie den Hallenneubau mit einem Gesamtvolumen von rund 83 Millionen Euro im Rahmen eines ÖPP-Verfahrens über 25 Jahre stemmen soll. Die Beratungsgesellschaft „Partnerschaft Deutschland“ begleitet die Stadt bei der Entscheidungsfindung. Der Personalrat der Stadt hat sich allerdings noch in der Sitzung gegen dieses Verfahren ausgesprochen.
Zunächst votierten die Mitglieder von Haupt-, Schul-, Sport- und Betriebsausschuss Eigenbetrieb mit großer Mehrheit (nur das Zentrum war dagegen) für den Bau einer neuen Dreifachhalle, die im Schulzentrum Nord zwischen Konrad-Adenauer-Straße und Haberlandstraße entstehen soll. Im Schulsportbereich gibt es nach Aussage eines Gutachters eine Unterversorgung. Im Gegenzug soll die Sporthalle an der Beethovenstraße, die kleine Turnhalle am BvA-Gymnasium sowie die Zweifachhalle am Chorbusch aufgegeben werden. Eine Wirtschaftlichkeitsberechnung hat ergeben, dass ein Neubau sinnvoller ist als die Sanierung der Hallen. So viel Einigkeit bei diesem Thema, so viele Fragezeichen und Unsicherheiten bei dem Jahrzehnte-Projekt für die Schulsanierung.
Deren Volumen beträgt etwa 33 Millionen Euro. Zusammen mit Kredit- und Betriebskosten ist es ein 83-Millionen-Euro-Projekt, an dem die Politiker schwer zu schlucken haben. Die Aussage des CDU-Fraktionsvorsitzenden Kai Weber war bezeichnend: „Wenn wir uns darauf einlassen, dann würde die Kreditbelastung im Jahr 2022 die Stadt in die Haushaltssicherung führen.“ Die läge bei etwa 3,5 Millionen Euro. Daraus folgerte Weber: „Wir nehmen uns alle Zeit der Welt. Das ist eine Entscheidung für fünf Ratsperioden.“
Darum geht es: Das vom Bundesfinanzministerium gestützte Beratungsunternehmen „PD Partner Deutschland“ hat ermittelt, dass es für die Stadt langfristig wirtschaftlich günstiger wäre, das Sanierungspaket komplett in private Hände zu geben, als diese Maßnahme selbst abzuwickeln und für Teilprojekte und Gewerke selbst Generalunternehmer zu beauftragen. Koordinator Alexander Wege sagte, dass eine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung aus 78 ÖPP-Schulprojekten in Deutschland ergeben habe, dass der Effizienzvorteil zwischen der Eigenrealisierung und ÖPP bei etwa 12 Prozent liege.
Die verantwortliche Projektgesellschaft, die sich für eine solche Mammutaufgabe eigens gründen und aus Planern, Bauherren und Instandhaltern bestehen würde, baut im Zweifel mit höherwertigen Materialien, um während der Betriebszeit die Objekte kostengünstiger zu reinigen und instand halten zu können.
Der Rhein-Kreis Neuss ist eine Hochburg des Spitzensports. Viele Top-Athleten erreichen regelmäßig internationale Erfolge und kommen auf Siegerplätze bei nationalen Wettkämpfen und Meisterschaften. „Dieses Niveau zu halten und im besten Falle auszubauen, das ist eines der Ziele der Partner für Sport und Bildung“, betont deren Präsident Christoph Buchbender. Und Vizepräsident Jürgen Steinmetz erklärt: „Wir haben die Olympischen Spiele 2020 in Tokio für unsere Sportler fest im Blick. Wir wollen sie auf ihrem Weg dorthin begleiten und intensiv unterstützen. Je breiter der Rückhalt ist, desto besser.“
Das Netzwerk der Partner für Sport und Bildung wird deshalb immer weiter ausgebaut. Mit an Bord ist jetzt auch Dormagens Bürgermeister Erik Lierenfeld. Aus gutem Grund: Dormagen ist eine Sportstadt. Der Name Dormagen steht für Fechten, Ringen und Handball auf Top-Niveau, sagt Lierenfeld und macht deutlich: „Ich werde gerne Mitglied dieser Initiative, die sich mit meinen Zielen der Stärkung des Sportstandortes und seiner Sportler deckt. Mit dieser Kooperation schaffen wir weitere Möglichkeiten.“
Fast fünf Millionen Euro würde die Sanierung der Beethoven-Halle, der Turnhalle des BvA-Gymnasiums sowie der Zweifachhalle am Chorbusch kosten. Die Stadt rechnet vor, dass der Bau einer neuen Dreifachhalle günstiger wäre.
Die Tage, an denen die Schüler des Bettina-von-Arnim-Gymnasiums in ihrer kleinen Halle Sport treiben oder die der Schüler am Chorbusch in der dortigen Doppelsporthalle, sind gezählt. Geht es nach den Vorstellungen der Verwaltung, werden beide Schulen aufgegeben. Statt dessen soll der Neubau einer Dreifachhalle nicht nur für mehr Modernität sorgen, sondern auch für mehr Kapazitäten. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Politik diesen Plänen folgt, ist sehr groß. Bereits seit Monaten geht es um dieses Thema und um die Notwendigkeit, durch einen Neubau mehr Flexibilität zu erreichen. Die große Begeisterung will sich am BvA wegen des Abrisses der kleinen Halle noch nicht einstellen.
Die Zahlen untermauern laut Verwaltung deren Argumentation: Die Kosten für die Sanierung der Halle an der Beethovenstraße wird auf 2,1 Millionen Euro beziffert. Hinzu kommen rund 834.000 Euro für die BvA-Turnhalle und 1,9 Million Euro für die Turnhalle am Chorbusch – in der Summe 4,9 Millionen Euro. Der Bau einer Dreifachhalle beläuft sich demgegenüber auf 5,16 Millionen Euro. Zu diesen Kosten kämen allerdings weitere 276.000 Euro für den Abriss der anderen drei Halle. Dem Bau einer Dreifachhalle gibt die Verwaltung übrigens eine klare Priorität gegenüber einer Zweifeldhalle. Die würde 4,1 Millionen Euro kosten, zuzüglich dem Abriss der Chorbusch-Halle und der Halle an der Beethovenstraße (insgesamt 221.000 Euro) sowie der Renovierung der BvA-Halle für 834.000 Euro, damit bei diesem Modell ausreichend Hallenkapazitäten vorhanden sind. Beigeordnete Tanja Gaspers hält auch aus „sportfachlicher Sicht“ eine Dreifeldhalle für deutlich funktionaler und flexibler zu betreiben als eine Zweifeldhalle. In der Unterhaltung sei sie nur unwesentlich teurer.
Das Institut für Kooperative Planung und Sportentwicklung hatte im vergangenen Jahr für das aktuelle Schuljahr einen Bedarf von 6,9 Anlageeinheiten ermittelt, dem aber nur sechs gegenüberstehen. Bei einem prognostizierten Bedarf von 6,7 Einheiten bleibt der Handlungsbedarf bestehen. Die Folgerung der Experten: „Für den Schulsport wäre eine Kapazitätserweiterung in Höhe von einer Einzelhalle bei Beibehaltung der heutigen Kapazität notwendig.“ Am BvA-Gymnasium wird die Entwicklung mit einer Mischung aus Spannung und Sorge verfolgt. „Mit uns hat es noch kein offizielles Gespräch gegeben“, sagt Schulleiter Theodor Lindner. „Wir sind natürlich sehr gesprächsbereit, was die neue Halle betrifft.“ Lindner erhofft sich vor allem einen guten Schallschutz, einen besseren als in der Dreifachhalle an der Konrad-Adenauer-Straße. Und er erinnert erneut: „Wir brauchen auch eine vernünftige Außensportanlage. Die Fahrerei zu anderen Anlagen ist eindeutig ein Standortnachteil.“ Gaspers beruhigt: „Im weiteren Verfahren wird mit den Schulen zusammengearbeitet und sie angehört.“
Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.