TSV-Express kam nach 20 Minuten in Fahrt

09.10.2017 · Handball

Erst fangen sie ganz langsam an… aber dann drehten die Spieler des TSV Bayer Dormagen auf. Nach einem durchwachsenen ersten Drittel kam das Team von Ulli Kriebel in Fahrt und feierte den höchsten Saisonsieg in der 3. Liga West: Am Samstagabend stand in Lemgo nach den 60 Minuten 39:24 auf der Anzeigetafel. Die Gäste hatten in Rechtsaußen Tim Wieling ihren erfolgreichsten Werfer (10/2). Bestnoten gab es einmal mehr für Schlussmann Janis Boieck (15 Paraden). Jetzt hofft der TSV auf große Unterstützung im Spitzenspiel. Am nächsten Sonntag, 15. Oktober, kommt es ab 17 Uhr im TSV Bayer Sportcenter zum Aufeinandertreffen der beiden führenden Teams: Der TSV empfängt Tabellenführer TuS Ferndorf, der sich mit 22:17 gegen die HSG Krefeld durchsetzte.

Die veränderte Startaufstellung hatte einen nachvollziehbaren Grund: „Wir wollen den gesamten Kader bewusst mehr einbeziehen“, sagte Kriebel. Deshalb sollten auch die Spieler in die 3:2:1-Defensive eingebunden werden, die zuletzt seltener zum Einsatz kamen. So stand Nuno Carvalhais von Beginn an auf der Platte – und bedankte sich sofort mit einem gelungenen Aufsetzer zur ersten Dormagener Führung. Die Entscheidung für den Portugiesen hatte auch etwas mit der Verletzung von Eloy Morante Maldonado zu tun: Aufgrund einer Patellasehnenentzündung blieb der 19-Jährige neben der Bank sitzen. Er sagte den DHB-Lehrgang der Junioren ab, zu dem heute Lukas Stutzke und Janis Boieck nach Warendorf fuhren. Morante setzt zunächst auch mit dem Training aus. Wann er wieder spielen kann, ist unklar: „Wir haben eine hervorragende ärztliche Abteilung“, ist Kriebel aber durchaus optimistisch.

Grund zur Freude hatten die mitgereisten Dormagener Fans in den ersten 20 Minuten eher selten. Kriebel: „Da hat mir die Körpersprache gefehlt, wir haben auch zu viele Zweikämpfe verloren.“ Prompt nutzten die wurfgewaltigen Gastgeber ihre Chancen und verschafften sich Drei-Tore-Vorsprünge beim 11:8 und 12:9. Da hätten sie noch höher führen können, wenn nicht Janis Boieck mehrere frei geworfene Bälle abgewehrt hätte. „Janis hielt uns im Rennen“, lautete die fachmännische Sicht des nach wie vor verletzten Torwartkollegen Sven Bartmann. Ulli Kriebel reagierte, stellte die Abwehr auf 6:0 um und brachte Kreisläufer Alexander Kübler. Die erste Aktion des Kapitäns war der Anschlusstreffer zum 12:10 nach einem cleveren Anspiel von Carvalhais. Und dann kamen zwei Stutzke-Minuten, die es in sich hatten: Der Junioren-Nationalspieler setzte drei Bälle in Folge in die Maschen und drehte damit die Partie. Linksaußen Sebastian Linnemannstoens erhöhte anschließend nach einem Konter im klugen Zusammenspiel mit Tim Wieling auf 14:12. Kevin-Christopher Brüren und Wieling per Siebenmeter stellten den Pausenstand 16:13 her.

Nach dem Seitenwechsel setzten die Dormagener ihre Spielfreude fort. „Wir haben 40 Minuten lang eine gute Abwehr gespielt, ein schnelles Tempo vorgelegt und wenig Fehler gemacht. Und es war ein positives Zeichen, dass wir ohne Qualitätsverlust breit wechseln konnten“, zog Ulli Kriebel ein positives Fazit. So trugen sich alle Feldspieler in die Torschützenliste ein – bis auf Patrick Hüter, der bei zwei Würfen Pech hatte. Auch Daniel Eggert, der in der zweiten Halbzeit spielte, war zufrieden. „Ich hatte heute keine Fußschmerzen und hoffe, dass sie nicht wie zuletzt am Tag danach kommen.“

HSG Handball Lemgo II – TSV Bayer Dormagen 24:39 (13:16)
Lemgo:
Benjamin (7 Paraden), Essen; Anzer, Pritschert (1), Brüggemeier (3), David (1), Harnacke (4), Zerbe (5/3), Engelhardt (3), Rose, Hangstein, Jebram, Lemke (7), Geis.
Dormagen: Boieck (15 Paraden), Broy (ab 53., 2 P.); Carvalhais (3), Linnemannstoens (5), Eggert (1), Eisenkrätzer (1), I. Hüter (1), Kübler (4), P. Hüter, Brüren (4/1), Jagieniak (3), Stutzke (5), Hüfken (2), Wieling (10/2).
Schiedsrichter: Poguntke / Schneider.
Zuschauer: 120.
Zeitstrafen: 6:6 Minuten.
Siebenmeter: 3/3:3/4 (Brüren scheitert an Benjamin).
Spielfilm: 1:2, 4:2 (6.), 7:7, 11:8 (21.), 12:9 (21.), 12:14 (27.), 13:16 – 13:18, 18:24 (44.), 19:29 (49.), 21:35, 24:39.

 

 

Bildunterschrift: Trainer Ulli Kriebel klatschte sein Team schon vor dem Schlusspfiff in Lemgo ab

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